Heftige Niederlage

Grüne Frustbewältigung:"Da hilft nur Schnaps"

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Lange Gesichter bei Bayerns Grünen: Theresa Schopper, Katharina Schulze, Dieter Janecek, Toni Hofreiter und Margarete Bause.

München - Enttäuschte Gesichter bei den Grünen: Auf der Wahlparty in München scheinen die meisten schon zu ahnen, dass der Erfolg ausbleiben wird.

Im Stemmerhof in Sendling drängen sich die Parteifreunde vor der Leinwand, wo die Wahlergebnisse live übertragen werden. Die Jüngeren starren ungeduldig auf ihre Smartphones. Im Internet suchen sie nach noch aktuelleren Zahlen. „Nur Schwarz alleine wäre schlimm“, sagen sie. Dann kommt die erste Hochrechnung. „40 Prozent für die CDU“ – es folgt Schweigen. „Da hilft jetzt nur noch Schnaps“, sagt ein junger Mann auf dem Weg zum Tresen. Als das vorläufige Ergebnis für die FDP verkündet wird, erstickt die Zahl hinter dem Komma im Jubel.

Der Untergang der FDP ist der einzige Trost für die Grünen. „Wir sind den Frust von der Bayernwahl letzte Woche ja schon gewöhnt“, sagt Margarete Bause, Fraktionsvorsitzende im Landtag. Enttäuschung auch bei den Bundes-Grünen über die 8,3 Prozent (ARD-Hochrechnung, 19.55 Uhr). „Ich kann nur eines sagen: Dass ich bitter enttäuscht bin von diesem Ergebnis. Das ist eine heftige Niederlage“, sagt Parteichefin Claudia Roth.

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Fraktionsführer Jügen Trittin will trotz des Debakels um seine Führungsrolle kämpfen. „Man kann mal ein Spiel verlieren, dann steht man auf und kämpft man weiter.“ Co-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt sprach von einem Wahlkampf mit „verdammt viel Gegenwind“: Die Steuerpolitik oder auch das Bild als Verbotspartei wegen des Veggie-Day-Vorschlags könne eine Rolle gespielt haben, ebenso die Pädophilie-Debatte.

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Nadja A. Mayer

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