Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

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ARD jubelt, ZDF schwächelt

TV-Duell: Die tz-Quoten-Analyse

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Peter Kloeppel ( RTL), Maybrit Illner ( ZDF), Anne Will ( ARD) und Stefan Rabb (Pro 7, von links) Foto: dpa

München - Wie viele Zuschauer saßen beim TV-Duell vorm Fernseher? Auf welchem Sender schauten sie es? Wie zugkräftig war die Nachberichterstattung? Die tz-Analyse.

Es war ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück. Sieger in dem einzigen TV-Duell der beiden Spitzenkandidaten am Sonntagabend aber war vor allem das Erste: 10,11 Millionen Zuschauer verfolgten in der ARD den verbalen Schlagabtausch der Politiker, die Peter Kloeppel, Maybrit Illner, Anne Will und Stefan Raab Rede und Antwort standen. Insgesamt lockte das TV-­Duell 17,56 Millionen Menschen vor den Bildschirm. Wie die Quote im Vergleich zu der Wahl vor vier Jahren ausfiel, wer die Fragerunde auf welchem Sender verfolgte und wo sich die jüngsten Zuschauer einklinkten – hier die tz-Analyse:

Schwaches ZDF

Da hatte man sich in Mainz sicherlich mehr erwartet: Lediglich 3,71 Millionen Zuschauer verfolgten das TV-Duell im ZDF. Zwar konnte das Zweite im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren 240 000 Zuseher dazugewinnen, doch der Marktanteil blieb bei mäßigen 10,7 Prozent. In der begehrten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen bildete das Zweite sogar das Schlusslicht (6,4 Prozent Marktanteil) hinter RTL und Pro7.

Junge Zuschauer

Der Münchner Privatsender Pro 7 hatte Duell-Neuling Stefan Raab ins Rennen geschickt, und der machte eine richtig gute Figur. Mit seinen teils bissigen Nachfragen lockte er die politischen Kontrahenten zeitweise aus der Reserve und das jüngere Publikum vor den Bildschirm. Erstaunlich aber ist, dass die meisten jungen Zuschauer dennoch die ARD verbuchen konnte (Marktanteil: 22,7 Prozent).

Die Privatsender

Es waren vor allem die Privatsender, die darunter litten, dass das TV-Duell auf so vielen Sendern gleichzeitig ausgestrahlt wurde. So kam RTL im Schnitt nicht über 2,22 Millionen Zuschauer hinaus, und Pro7 musste sich mit 1,51 Millionen zufrieden geben.

Vergleich zu 2009

Das Duell zwischen Kanzlerin Merkel und Herausforderer Steinbrück wurde wesentlich interessierter verfolgt als noch vor vier Jahren die TV-Debatte zwischen Merkel und Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier. Mit insgesamt 17,56 Millionen Zuschauern konnte die Sendung am Sonntagabend einen Zuwachs von 3,2 Millionen Menschen im Vergleich zu 2009 verzeichnen. Das war die zweitstärkste Quote in der Duell-Geschichte, die erst vor elf Jahren begann. Erfolgreicher war nur das Aufeinandertreffen von Angela Merkel und Gerhard Schröder 2005, das von knapp 21 Millionen Zuschauern gespannt verfolgt wurde.

Die Geschlechter

Es war ein recht ausgewogenes Verhältnis bei der Sehbeteiligung von Männern (54,3 %) und Frauen (48,2 %). Große Ausbrüche nach oben oder unten gab es bei der Quote auch nicht. Der Tiefstwert innerhalb der 90 Minuten lag bei 9,14 Millionen (um 20.30 Uhr), der beste Wert wurde mit 10,73 Millionen um 21.45 Uhr erzielt.

Nachberichte

Hier hatte Günther Jauch klar die Nase vorn. Sein Talk im Ersten hatte 8,23 Millionen. Zum Vergleich; Das Maybrit Illner ­spezial interessierte nur gut zwei Millionen.

aki

So schauten die einzelnen Bundesländer

Bundesland Zuschauer in Mio. Marktanteil in %
Baden-Württemberg 2,09 50,0
Bayern 2,50 50,7
Berlin 0,67 53,5
Brandenburg 0,42 36,7
Bremen 0,14 51,5
Hamburg 0,36 47,9
Hessen 1,37 57,4
Mecklenburg-Vorpommern 0,30 37,9
Niedersachsen 1,96 55,1
Nordrhein-Westfalen 4,06 51,7
Rheinland-Pfalz 0,99 55,5
Saarland 0,22 51,3
Sachsen 0,91 47,4
Sachsen-Anhalt 0,21 43,3
Schleswig-Holstein 0,58 46,2
Thüringen 0,46 42,9
Quelle: 2013 media Control GmbH & Co. KG,

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