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Zahl der Corona-Fälle steigt sogar im Landtag - auch Impfdurchbrüche dabei

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Von: Marcus Mäckler, Josef Ametsbichler

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Sitzung bayerischer Landtag mit Trennwänden aufgrund des Cornoavirus
Die Corona-Zahlen im bayerischen Landtag steigen an. © Sven Hoppe / dpa

In Bayern steigen die Corona-Zahlen und auch der bayerische Landtag bleibt nicht verschont. Bereits mehrere Abgeordnete wurden positiv auf das Virus getestet.

München - Die Zahl der Corona*-Fälle im bayerischen Landtag* ist erneut leicht gestiegen. Am Mittwoch fiel der PCR-Test eines weiteren Parlamentariers positiv aus, wie die Landtagsverwaltung auf Anfrage mitteilte. Damit sind im Moment acht Abgeordnete verschiedener Fraktionen an Covid-19* erkrankt. Allein vier gehören der AfD* an, die zugleich die niedrigste Impfquote aller Fraktionen hat.

Der neue Fall konnte bei einer Testaktion am Mittwoch festgestellt werden, bei der binnen einer Stunde 60 PCR- und 80 Schnelltests* durchgeführt wurden. Der große Zulauf ist nicht überraschend. Zuvor hatte die Koordinatorin für Arbeits- und Gesundheitsschutz im Landtag in einer Mail an die Fraktionen ihre Besorgnis über die steigenden Zahlen* erklärt und zum Testen aufgerufen.

Corona-Fälle im bayerischen Landtag: Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger in Selbstisolation

Nach Informationen des Münchner Merkur gehört der infizierte Abgeordnete den Freien Wählern an. Außerdem soll er doppelt gegen das Coronavirus geimpft sein. Schon am Mittwoch hatte die Infektion eines zweifach geimpften FW-Abgeordneten dazu geführt, dass mehrere Fraktionskollegen und -mitarbeiter in Selbstisolation gingen - unter ihnen Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger. Bei mindestens drei der acht bekannten aktuellen Corona-Fälle handelt es sich damit um Impfdurchbrüche.

Parlamentspräsidentin Ilse Aigner (CSU*) geht von weiteren Ansteckungen aus. „Der Landtag ist keine Insel, unseren Abgeordneten und Mitarbeitern geht es nicht anders als allen anderen Menschen auch“, erklärte sie. Auch Impfdurchbrüche könnten immer wieder vorkommen. Die Immunisierung stelle keinen „undurchlässigen Schutzschirm“ gegen das Virus dar, aber sie schütze „wirksam vor schweren Verläufen – das zeigen alle bekannten Zahlen“.

Covid-19-Erkrankung trotz Impfung: Politiker mit Lungenkrankheit infiziert sich mit dem Coronavirus

Der Ebersberger CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Huber hat das selbst erlebt. Trotz doppelter Biontech-Impfung* erkrankte er an Covid-19. Eine Woche habe er mit Grippesymptomen flachgelegen, sagt der 48-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Dass er seit jungen Jahren an der chronischen Lungenerkrankung COPD leidet, machte die Sache umso gefährlicher. „Gut möglich, dass die Krankheit bei mir ohne die Impfung deutlich schwerer verlaufen wäre, weil das Virus wohl tiefer in die Lunge vorgedrungen wäre.“

Die Klinik blieb ihm erspart, sein Vertrauen in die Vakzine hat nicht gelitten. „Es kann jeden treffen“, sagt Huber. „Aber mit einer Impfung eben höchstwahrscheinlich nicht lebensbedrohlich.“ (Marcus Mäckler/Josef Ametsbichler) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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