„Mir selbst tut das genauso weh“

Karl Lauterbach: Spaßverderber? Undercover-Journalist zeigt SPD-Politiker ganz privat - auf einmal klingelt sein Handy

Während der Corona-Pandemie tritt Karl Lauterbach (SPD) immer wieder als Mahner auf. Ist sein Image als Spaßverderber berechtigt? Günter Wallraff sagt nein.

  • Karl Lauterbach (SPD) tritt während der Corona-Pandemie immer wieder als Mahner auf.
  • Das hat dem Politiker nach und nach ein Image als Spaßverderber eingebracht.
  • Völlig unberechtigt, verteidigt ihn Enthüllungsjournalist Günter Wallraff bei einer gemeinsamen Partie Tischtennis.

Köln - Als Gesundheitsexperte der SPD meldet sich Karl Lauterbach gerade während der Corona-Krise immer wieder prominent zu Wort. Natürlich war der 57-jährige Politiker schon lange vor der Pandemie bekannt und gefragt, doch derzeit tritt er eben besonders in den Fokus.

Leider, muss man aus Sicht von Karl Lauterbach sagen, hat er sich damit zwischenzeitlich ein Image als Spaßverderber aufgebaut. Häufig zeigt er sich als Mahner. Seine Forderung für Kontrollen im privaten Bereich erregten einen regelrechten Aufschrei.

Karl Lauterbach (SPD): Wallraff verteidigt Corona-Mahner - „Image als Spaßverderber völlig unberechtigt“

Karl Lauterbach hatte sich konsequent für den „Lockdown-light“ ausgesprochen. Ist er privat auch so streng und stört sich an den strengen Regeln nicht? „Dieses Image des Spaßverderbers ist völlig zu Unrecht“, verteidigt ihn der bekannte Enthüllungsjournalist Günter Wallraff jetzt.

Als Wallraff das sagt, steht Lauterbach bei ihm Garten. Zwar begleitet die Deutsche Presse-Agentur das auf den ersten Blick außergewöhnliche Treffen, allerdings ist es für die beiden Männer ganz alltäglich. Sie sind gute Freunde, der SPD-Politiker hat sogar einen Schlüssel zum Haus des Journalisten.

Corona-Regeln: Karl Lauterbach wehrt sich gegen negatives Image - „Mir tut das genauso weh“

Ich weiß genau, wie schwer die Einschränkungen sind und mir selbst tut das genauso weh“, wehrt sich auch Lauterbach selbst gegen sein strenges Image. Ihm gehe es nur darum, erklärt er den anwesenden Journalisten der Deutschen Presse-Agentur, dass so wenig Menschen wie möglich erkranken.

Ganz privat und leger steht Lauterbach neben seinem Freund. In Jogginghose und Trainingsjacke sieht man den (ehemaligen) Fliegen-Träger sonst öffentlich nicht. Zum Anlass passt das sportliche Outfit allemal, denn er trifft sich mit Günter Wallraff auf eine Runde Tischtennis - mit Maske natürlich.

Köln: Karl Lauterbach (l), SPD-Gesundheitsexperte, steht mit Günter Wallraff im Garten. Lauterbach hat in der Corona-Krise die Rolle des Mahners und Warners übernommen. Das bringt ihm Einfluss, aber auch Morddrohungen. Um sich abzulenken, spielt er Tischtennis - am liebsten gegen einen prominenten Gegner.

Coronavirus: Karl Lauterbach will mit Günter Wallraff Tischtennis spielen - plötzlich klingelt sein Handy

Dann reißt ihn aber doch die Arbeit aus dem lockeren Treffen. Plötzlich klingelt Lauterbachs Handy, es gebe Neuigkeiten zur Impfstoff-Entwicklung und er solle so schnell es geht nach Berlin kommen. Die geplante Ping-Pong-Partie fällt offenbar kürzer aus als geplant.

Karl Lauterbach (SPD) und Günter Wallraff sind gute Freunde: Ihre Tischtennis-Partie mussten sie an diesem Tag leider abbrechen.

Die Laune lassen sich die beiden Freunde davon aber nicht gänzlich verderben. Als Lauterbach am Nachmittag seine Sachen zusammenpackt, um den Flieger zu erwischen, witzelt Enthüllungsjournalist Wallraff: „Ich schlage vor, ich verpflichte mich beim Notar, eine hohe Vertragsstrafe an dich zu zahlen, sollte jemand von mir erfahren, dass du verloren hast.“ Sarkastisch wendet sich Lauterbach zur Presse und hält fest: „Günter ist ein Talent - aus dem kann noch mal was werden.“

Karl Lauterbach: Günter Wallraff schwärmt von Humor und Engagement

Diesen „hintergründigen, trockenen Humor“ schätzt Wallraff sehr an Lauterbach, erklärt der 78-Jährige. Er kenne keinen anderen Politiker, der sich so selbstlos engagiere. Das Privatleben komme da eben oft viel zu kurz. (moe)

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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