Alle Kandidaten in der Übersicht

Wer kommt, wenn Seehofer geht?

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Parteichef Horst Seehofer (2.v.l.) mit Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt, Generalsekretär Andreas Scheuer und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (r.).

München - Ist Horst der Große zu ersetzen? CSU-Chef Seehofer hat bekannt gegeben, 2018 nicht noch einmal zur Landtagswahl anzutreten. Doch wer kann ihm nachfolgen? Die tz listet alle Namen auf:

Den 65-jährigen CSU-Chef befallen zuweilen Zweifel, ob eine adäquate Nachfolgelösung für seine politische Statur bis zur Landtagswahl 2018 gefunden werden kann – erst letzten Oktober schloss er eine nochmalige Spitzenkandidatur explizit nicht aus. Kurz vor dem gestrigen Auftakt der traditionellen Klausur in Kreuth ist er sich aber wieder sicher: Er tritt nicht nochmal an, und auch den Parteivorsitz wird er rechtzeitig abgeben. Jetzt gehe es aber nicht um Personalplanungen. Ein frommer Wunsch, dennoch wird ein weiteres Mal über mögliche Nachfolger spekuliert. Einer davon, der derzeit aussichtsreichste Kandidat Markus Söder, übertrifft sogar Seehofers beachtliche Körpergröße (1,93 Meter) – um einen Zentimeter. Die tz listet alle Namen auf:

Markus Söder (48): Der Landesminister für Finanzen

und Heimat ist der Ziehsohn von Ex-CSU-Chef Edmund Stoiber. Sein Verhältnis zu Seehofer ist mal mehr, mal weniger getrübt. Aus seinen Ambitionen auf das höchste Amt im Freistaat hat er nie ein Geheimnis gemacht. Söder gilt als politisches Alpha-Tier. Als Generalsekretär ab 2003 gab er den Haudrauf. Unter Seehofer wurde er zunächst Umwelt- und später Finanzminister. Von Seehofers lancierter Kritik an Söders „Schmutzeleien“ profitierte der Nürnberger. Die CSU-Landtagsriege solidarisierte sich mit ihm – zumindest vorübergehend.

Ilse Aigner (50):

Seehofer holte die frühere Bundesagrarministerin zur Landtagswahl 2013 nach Bayern zurück – worauf ihr prompt die Rolle der Favoritin auf seine Nachfolge zugeschrieben wurde. Als Wirtschaftsministerin hat sie beim Thema Engeriewende hier und da sanft gegen ihren Chef aufgemuckt. Im Amt blieb sie blass. Mit ihrer charmanten und freundlichen Art ist sie in der Partei beliebt und hat als Bezirksvorsitzende in Oberbayern eine Hausmacht. Ihre Chancen: derzeit ungewiss.

Joachim Herrmann (58): Der einstige CSU-Fraktionschef

ist seit 2007 Innenminister. Der Mittelfranke gilt als unverzichtbare und ruhende Säule der bayerischen Staatsregierung. Der 58-Jährige steht seit einiger Zeit beständig auf der Liste der möglichen Seehofer-Nachfolger. Er selbst stritt vor wenigen Tagen der tz gegenüber jegliche Ambition auf das Amt ab.

Alexander Dobrindt Der einstige CSU-Generalsekretär, unter dessen Verantwortung die Partei 2013 sehr erfolgreiche Landtags- und Bundestagswahlkämpfe führte, verantwortet als Bundesverkehrsminister derzeit mit der Pkw-Maut eines der umstrittensten CSU-Projekte in Berlin. Seehofer hat Dobrindt (44) deshalb mittlerweile selbst in die Nachfolger-Liste aufgenommen.

(44):

Marcel Huber (56): Der gelernte Tierarzt wechselte erst

2003 als Quereinsteiger in die Politik. Der 56-jährige Staatskanzleichef gilt als bodenständiger Minister. 2011 leitete er schon einmal die Staatskanzlei, folgte dann aber Markus Söder als Umweltminister nach. Nach dem Rücktritt von Haderthauer kehrte der Oberbayer voriges Jahr wieder zurück in die Staatskanzlei – und ist dort Seehofers Mann für alles – warum nicht auch für seine Nachfolge?

Manfred Weber (42): Der niederbayerische CSU-Bezirksvorsitzende hat in Brüssel Karriere gemacht. Inzwischen ist der allseits geachtete Politiker Chef der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament. Ihm werden allenfalls Außenseiterchancen als Nachfolger zugesprochen.

BW

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