Trotzdem Reformen angekündigt

CSU-Umfrage zeigt Zufriedenheit mit Bildungswesen

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Kultusminister Ludwig Spaenle.

Kloster Banz - Die CSU freut sich über das Ergebnis ihrer Umfrage: Angeblich seien die Bayern weitgehend mit dem Bildungssystem zufrieden. Warum nun trotzdem eine Reform her soll.

Bayerns Bürger sind nach einer neuen Umfrage im CSU-Auftrag weitgehend zufrieden mit dem bayerischen Bildungswesen. Außerdem sind offensichtlich vielen Bürgern im Bildungswesen ganz andere Dinge wichtig als von Verbänden, Politikern und Medien diskutiert. Das haben die Meinungsforscher von infratest dimap für die CSU-Landtagsfraktion bei einer repräsentativen Befragung von 1500 Bürgern herausgefunden, darunter 600 Eltern. „Ganz offensichtlich sind die Schulen und die Ausbildungssysteme besser als ihr Ruf“, sagte infratest-Geschäftsführer Richard Hilmer am Dienstag bei der CSU-Klausur in Kloster Banz.

Ministerpräsident Horst Seehofer und CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer sehen sich deswegen in ihrem Kurs bestätigt und lehnten eine grundlegende Reform des bayerischen Schulwesens ab. „Der Wunsch nach grundlegenden Reformen ist nicht vorhanden“, sagte Kreuzer. Es gelte seine Ankündigung „Ruhe an der Schulfront“, betonte Seehofer. Die für das Schuljahr 2017/18 geplante Einführung neunjähriger Züge am achtjährigen Gymnasien nannte Seehofer eine „organische Weiterentwicklung“.

In der CSU-Fraktion grummelte es am Dienstag wegen des Vorgehens von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) und Kreuzers, wie aus Kreisen der Abgeordneten verlautete. Unter anderem ist unklar, wie viel die geplante „organische Weiterentwicklung“ überhaupt kosten soll. So sollen nicht nur neunjährige Züge an den Gymnasien eingeführt, sondern das Ganztagsangebot für Förderschüler ausgebaut und die Lehrerausbildung verbessert werden.

Dennoch wird erwartet, dass die CSU-Fraktion dem Plan zustimmt. Die inhaltliche Diskussion soll es aber erst am Mittwoch geben. Finanzminister Markus Söder (CSU) schob hohen Sonderausgabewünschen der Bildungspolitiker vorbeugend einen Riegel vor: „Die finanzpolitische Glaubwürdigkeit steht über allem.“ Der Bildungs- und Wissenschaftsetat liege jetzt schon bei 17 Milliarden Euro.

Laut Umfrage sehen die Bürger als wichtigste Aufgabe die Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung der Lehrer, gefolgt von der Weiterentwicklung der beruflichen Bildung. Beide Punkte halten 97 Prozent der Eltern für wichtig oder sogar sehr wichtig.

Die Stärkung der Gymnasien dagegen empfinden vergleichsweise geringe 68 Prozent als wichtige oder sehr wichtige Aufgabe der Bildungspolitik, dies landete unter neun Punkten an letzer Stelle. Dafür sind Schulnoten und Sitzenbleiben in der bayerischen Bürgerschaft demnach durchaus populär: 85 Prozent halten Zensuren für wichtig oder sehr wichtig, 80 Prozent befürworten das Sitzenbleiben.

Die im Landtag oft diskutierte soziale Schere an Bayerns Schulen ist offenbar für die Hälfte der Elternn kein Problem. Lediglich 50 Prozent der Eltern glauben, dass der Bildungsabschluss der Eltern eine wichtige Voraussetzung für den Schulerfolg der Kinder ist. Hundert Prozent sagten aber, dass gut ausgebildete Lehrer wichtig seien.

dpa

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