Charles M. Huber

Darmstadt: CDU bricht mit Ex-Krimi-Darsteller

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Charles M. Huber schaffte über die CDU-Landesliste den Sprung ins Parlament.

Darmstadt - Der Bayer Charles M. Huber ist im hessischen Darmstadt nie richtig heimisch gewesen. Nun ist es zum offenen Bruch zwischen dem Ex-Schauspieler und der CDU in seinem Wahlkreis gekommen.

Der durch die ZDF-Krimiserie „Der Alte“ bekanntgewordene Schauspieler Charles M. Huber hat schon manche Partei kennengelernt. Er war Mitglied der SPD, wechselte in die CSU, dann in die CDU. Der aus Bayern stammende 57-Jährige wurde schließlich Bundestagskandidat in Darmstadt, kam im September 2013 für den Wahlkreis 186 auf den letzten Drücker über die Landesliste als Abgeordneter nach Berlin. Nun der Bruch: Die Darmstädter CDU hat die Zusammenarbeit mit ihm beendet.

„Es gibt grundsätzlich unterschiedliche Auffassungen über die Wahlkreisarbeit“, sagte Darmstadts CDU-Kreisvorsitzender Ctirad Kotoucek am Montag und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. „Wir haben seit der Bundestagswahl keinen gemeinsamen Weg mehr gefunden.“ Huber sei zu selten da, zu selten erreichbar.

Huber, der sich zur Zeit für den Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Senegal aufhält, reagierte sauer. „Das ist ein ungeeigneter Kreisvorsitzender. Ich frage mich, ob er weiß, wovon er redet.“ Bei der CDU in Darmstadt seien „Leute an einem Platz, wo sie nicht hingehören. Die sollten zurücktreten.“ Er sei vor Ort präsent. Huber sieht sich sogar ausgebremst, etwa bei der Umwandlung von ehemaligen US-Militärflächen. „Die wollen nicht, dass sich da jemand einmischt.“

Zeerwüfnis kommt nicht gerade überraschend

Der öffentlich ausgetragene Streit zählt bei der hessischen CDU eher zu den Ausnahmen. Für eine Einschätzung war der CDU-Landesverband Hessen am Montag nicht zu erreichen gewesen, auch die Bundes-CDU hielt sich zurück.

Das Zerwürfnis zwischen dem Ex-Schauspieler und seiner Partei kommt jedoch nicht völlig überraschend. „Ich mache das nicht aus Gaudi. Ich will gewinnen“, hatte Huber seinen Antritt zur Bundestagswahl beschrieben. Darmstadt habe sich angeboten, nachdem es in München, wo er eigentlich ursprünglich ins Rennen gehen wollte, „hin- und hergegangen“ sei. Doch noch am Wahlabend des 22. September 2013 - Huber hatte als Direktkandidat gegen die frühere Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) verloren - machte er seinem Ärger Luft: Er vermisse Unterstützung aus der Darmstädter CDU.

Kotoucek lässt das auch heute nicht gelten. „Wir haben ihn bestmöglich unterstützt.“ Als Huber dann über die Landesliste seine politische Karriere als Bundestagsabgeordneter noch antreten konnte, schienen sich die Wogen zu glätten - jetzt kam es doch zur Trennung.

Der Bruch mit der Darmstädter CCU habe für Huber keine finanziellen Nachteile, das Mandat bleibe bestehen. „Es ist keine offizielle Form der Kündigung“, meinte Kotoucek. „Wir sagen nur, dass die Zusammenarbeit nicht funktioniert.“ Die CDU-Darmstadt fühle sich von Bundestagsabgeordneten in benachbarten Wahlkreisen gut vertreten.

Huber sagte, er wolle unbedingt in der CDU bleiben und sich in seinem Wahlkreis auch wie von ihm geplant blicken lassen. „Ich habe einen Wählerauftrag. Ich trete nicht aus wegen eines kleinen Parteifunktionärs.“

dpa

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