Was der CSU-Chef dagegen hat

Darum will Seehofer Schwarz-Grün stoppen

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Der wiedergewählte bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer am Dienstag im Landtag.

München - Die Linie des am Diestag wiedergewählten bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Horst Seehofer in Sachen neuer Bundesregierung scheint klar: Er will Schwarz-Grün verhindern! Was Seehofer dagegen hat.

Horst Seehofer ist am Ziel: Gestern wurde er im Landtag mit 100 von 176 Stimmen als bayerischer Ministerpräsident bestätigt. Eine Stimme aus dem CSULager war ungültig. Seehofer hatte zuvor gescherzt, er werde sich „sicherheitshalber“ selber wählen. Nach seiner Vereidigung bot er in seiner Antrittsrede der OppositiondieZusammenarbeit an: „Lasst uns also einen gewissen Neuanfang starten“, so Seehofer, schließlich sei der Wahlkampf nun beendet.

In Berlin ist die CSU ohnehin auf die Zusammenarbeit mit SPD oder Grünen angewiesen. Doch Seehofers Linie in Sachen neuer Bundesregierung scheint klar: Er will Schwarz-Grün verhindern!

Sein engster Vertrauter, CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, erklärteimkleinenKreis, nichts könne die CSU weniger gebrauchen, als die Grünen durch eine gemeinsame Koalition wieder salonfähig zu machen. Wer heute mit den Grünen koaliere, könne morgen nicht mehr erzählen, dass sie des Teufels seien, zitierte der Spiegel Dobrindt.

Was für Schwarz-Rot spricht und was für Schwarz-Grün

Was für Schwarz-Rot spricht und was für Schwarz-Grün

Für Seehofer sind die Grünen, nicht die Bayern- SPD, der Hauptgegner, da die Öko-Partei bürgerliche Stammwähler abfischen kann. Der CSU-General lässt denn auch keine Gelegenheit aus, eine mögliche Annäherung an die Grünen zu torpedieren.

„Dass die Grünen den größten Wahlverlierer Jürgen Trittin mit in die Verhandlungen nehmen, deutet darauf hin, dass sie das Wählervotum nicht ganz verstanden haben“, sagte Dobrindt der Bild – und machte damit deutlich, dass die CSU genauso wenig Interesse an ernsthaften Gesprächen mit den Grünen hat wie Schwarz-Grün-Gegner Trittin.

Für Dobrindt haben die Verhandlungen mit der SPD klar Vorrang: „Wir reden lieber mit der SPD, weil wir uns da nicht über Veggie-Days und andere Bevormundungen unterhalten müssen.“ Bei CDU und Grünen fürchten Parteistrategen, dass die CSU eine mögliche Einigung sogar noch im Nachhinein blockieren werde.

Seehofer selbst versuchte gestern den Eindruck zu verhindern, dass seine Entscheidung für Schwarz-Rot bereits klar sei: „Wir nehmen die Gespräche mit den Grünen genauso ernst wie die mit der SPD.“

tz

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