Neues Jahr, neue Regelungen

Steuern und Rente: Das ändert sich 2014

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Nach dem Feuerwerk gelten neue Regeln. So muss im neuen Jahr der Kinderfreibetrag steigen.

München - Der Jahreswechsel bringt nicht nur gute Vorsätze und einen gepflegten Neujahrs-Kater mit sich, sondern auch viele gesetzliche Neuerungen.

In zwei Teilen fasst die tz die wichtigsten Änderungen für Sie zusammen. Diesmal geht es um Steuern und Rente:

Grundfreibetrag: Die gute Nachricht: Arbeitnehmer werden zumindest steuerlich geringfügig entlastet. Der steuerliche Grundfreibetrag steigt für Ledige von 8130 auf 8354 Euro, bei Zusammenveranlagung dementsprechend auf 16 708 Euro. Getrübt wird die Freude dadurch, dass die Große Koalition keine Anstalten macht, gegen die kalte Progression vorzugehen – so zieht der Bund den Arbeitnehmern jährlich mehr Geld aus den Taschen!

Kinderfreibetrag: Um die Erhöhung des Kinderfreibetrags wird die Regierung nicht herumkommen. Nach dem jüngsten, vor einem Jahr verabschiedeten Existenzminimumbericht müsste er 2014 von derzeit jährlich 4368 auf 4440 Euro steigen. Davon profitieren vor allem höhere Einkommen. Das muss der Gesetzgeber aber noch regeln. Ein Lichtblick: Parallel zur Anhebung des Kinderfreibetrages steigt normalerweise auch das Kindergeld – wenn auch weniger, als von der Union im Wahlkampf versprochen.

Riester-Rente: Die steuerliche Förderung der privaten Altersvorsorge wird verbessert, die Eigenheimrente („Wohn-Riester“) wird flexibler und einfacher. Von 1. Januar an kann das in einem privaten Riester-Vertrag aufgebaute Altersvorsorgevermögen flexibler für den Aufbau selbst genutzten Wohneigentums eingesetzt werden.

Tabaksteuer: Rauchen könnte erneut teurer werden. Zum 1. Januar tritt eine weitere Stufe der Tabaksteuer-Erhöhung in Kraft – was Hersteller womöglich an die Verbraucher weiterreichen. Dann würde eine Packung Zigaretten (19 Stück) um vier bis acht Cent teurer werden, die 40-Gramm-Feinschnittpackung um zwölf bis 14 Cent.

Zigaretten/Zoll: Auch hier haben es preisbewusste Raucher immer schwerer: Ab 1. Januar 2014 dürfen Privatpersonen für ihren eigenen Bedarf aus Bulgarien, Ungarn, Lettland, Litauen und Rumänien statt der bisher möglichen 800 Zigaretten nur noch 300 Zigaretten nach Deutschland mitbringen. Wer mehr als die steuerfreien 300 Zigaretten dabei hat, muss für die darüber hinausgehenden Mengen die fällige Tabaksteuer nachzahlen – die ja bekanntlich steigt. Eine Alternative bleibt: Aus Polen dürfen Raucher und ihre Freunde weiterhin 800 Zigaretten steuerfrei mitbringen.

Grunderwerbssteuer:  Immobilienkäufer in Berlin, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein müssen ab 1. Januar erneut tiefer in die Tasche greifen. Dort steigt die Grunderwerbssteuer um bis zu 1,5 Prozentpunkte. Gute Nachricht: In Bayern bleibt der Satz weiter unverändert bei 3,5 Prozent.

Reisekostenrecht: Das steuerliche Reisekostenrecht wird vereinfacht. Die zum Januar 2014 in Kraft tretenden Neuregelungen betreffen Verpflegungsmehraufwendungen, Fahrt- und Übernachtungskosten. Bei beruflicher Auswärtstätigkeit mit einer Abwesenheit von mehr als acht Stunden kann eine Verpflegungspauschale von 12 Euro als Werbungskosten abgezogen beziehungsweise steuerfrei durch den Arbeitgeber erstattet werden. Bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten kann für den An- beziehungsweise Abreisetag ohne Prüfung eine Verpflegungspauschale von 12 Euro gewährt werden.

Kfz-Steuer: Für Pkw mit erstmaliger Zulassung ab 1. Januar 2014 wird der Grenzwert für den Kohlendioxid-Ausstoß verschärft. Die steuerfreie Basismenge sinkt auf 95 Gramm je Kilometer.

Umsatzsteuer: Die Steuerermäßigung für Kunst- und Sammelgegenstände wird auf das EU-rechtlich zulässige Maß beschränkt.

Steuerschlupflöcher: Bestimmte Steuerschlupflöcher werden geschlossen. Mit dem „AIFM-Steuer-Anpassungsgesetz“ im Zuge der Neuordnung der Fondsbranche wird es für international tätige Unternehmen attraktiver, Altersvorsorgevermögen zentral in Deutschland zu verwalten. Als neues Anlagevehikel wird die Investment-Kommanditgesellschaft eingeführt. Steuertricksereien sollen beseitigt werden. Weitere Bestimmungen sollen dafür sorgen, dass das „Goldfinger-Steuersparmodell“ nicht mehr funktioniert.

Mehr Rente: Die etwa 20,5 Millionen Rentner können Mitte des Jahres mit einer Erhöhung ihrer Bezüge um voraussichtlich gut zwei Prozent rechnen. Im Osten dürfte der Aufschlag etwas höher ausfallen als im Westen. Der Durchschnittsrentner kann Schätzungen zufolge im Westen mit einem Plus von etwa 24 Euro rechnen, im Osten gibt es rund 30 Euro mehr. Der exakte prozentuale Anpassungssatz wird im März bekanntgegeben, wenn die Daten der Lohnentwicklung vorliegen.

Später Rente: Auf dem Weg zur schrittweisen Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre wird die dritte Stufe erreicht: Wer im kommenden Jahr 65 wird – das sind die Angehörigen des Geburtsjahrgangs 1949 – und abschlagfrei in Rente gehen will, muss drei Monate über den 65. Geburtstag hinaus arbeiten.

Rentenbeitragssatz sinkt nicht: Union und SPD haben die gesetzlich Anfang 2014 fällige Senkung des Rentenbeitragssatzes von 18,9 auf 18,3 Prozent eiskalt einkassiert. Stattdessen haben sie den Beitrag per Gesetz bei 18,9 Prozent festgeschrieben. Das bringt der Rentenversicherung sechs bis sieben Milliarden Euro mehr ein, um die eigentlich die Bürger und Unternehmen entlastet worden wären. Schwarz-Rot braucht das Geld für Wohltaten wie die verbesserte Mütterrente, die abschlagfreie Rente für langjährig Versicherte und höhere Erwerbsminderungsrenten.

M. Kniepkamp

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