Festnahmen bei Mai-Demo

8000 Demonstranten ziehen durch Kreuzberg - Flaschenwürfe

Blick auf Teilnehmer der "Revolutionären 1. Mai-Demonstration". Foto: Ralf Hirschberger
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Blick auf Teilnehmer der "Revolutionären 1. Mai-Demonstration". Foto: Ralf Hirschberger
Vermummte Teilnehmer halten in Berlin Pyrotechnik hoch. Foto: Michael Kappeler
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Vermummte Teilnehmer halten in Berlin Pyrotechnik hoch. Foto: Michael Kappeler
Zu dem Protestmarsch waren mehrere Tausend Demonstranten am Oranienplatz gestartet. Foto: Ralf Hirschberger
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Zu dem Protestmarsch waren mehrere Tausend Demonstranten am Oranienplatz gestartet. Foto: Ralf Hirschberger
Ein Durchfahrtverbotsschild uf der Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Foto: Paul Zinken
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Ein Durchfahrtverbotsschild uf der Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Foto: Paul Zinken
Am Vorabend des 1. Mai sind in Berlin Demonstranten gegen steigende Mieten und den Stadtumbau auf die Straße gegangen. Foto: Britta Pedersen
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Am Vorabend des 1. Mai sind in Berlin Demonstranten gegen steigende Mieten und den Stadtumbau auf die Straße gegangen. Foto: Britta Pedersen

Es ist zum Ritual geworden am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg. Vermummte suchen die Auseinandersetzung mit der Polizei. Die versucht, Ruhe zu bewahren. Demonstrieren darf jeder, sagt der Innensenator. Auch in Hamburg marschieren Linksextremisten. In Thüringen geht die Polizei gegen rechtsradikale Randalierer vor.

Berlin (dpa) - Bei Demonstrationen linker und rechter Extremisten in Berlin und anderen Städten zum 1. Mai ist es teilweise zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen.

In Berlin-Kreuzberg wurde die Polizei bei der "Revolutionären 1. Mai Demonstration" linker und linksextremer Gruppen mit Flaschen beworfen. Immer wieder wurden auch Böller in die Menge geworfen sowie Nebeltöpfe und bengalische Feuer gezündet. Dichte Rauchschwaden zogen durch die Luft. Nach Angriffen mit Fahnenstangen setzte die Polizei Pfefferspray ein. An der Spitze des Zuges liefen vermummte und schwarz gekleidete Teilnehmer. Es herrschte eine teils aggressive Stimmung. Es gab Festnahmen.

Die Demonstration war erstmals nicht angemeldet worden. "Der Aufzug hat Gewaltpotenzial", sagte Polizeipräsident Klaus Kandt. Nach seinen Angaben liefen rund 8000 Demonstranten in dem Zug mit, der nach etwa zwei Stunden am Spreewaldplatz endete. Etwa 300 Demonstranten wurden als gewaltbereit eingestuft, rund 800 als deren Unterstützer. Die Polizei war am 1. Mai mit bis zu 5400 Kräften im Einsatz. Die Mai-Krawalle in Kreuzberg hatten erstmals vor 30 Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Sie nahmen in den Vorjahren aber deutlich ab.

Der Protestzug, der auch über Teile des Straßenfestes Myfestes führte, war ohne Polizei gestartet. Als es dann immer aggressiver wurde, begleiteten Beamte die Demonstranten. Immer wieder griffen sie Störer aus der Menge. Einige Demonstranten seien festgenommen worden.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte am Montagabend, bislang sei das Konzept der Deeskalation aufgegangen. Er verteidigte die Entscheidung, die Demonstration trotz der verweigerten Anmeldung zu tolerieren.

Das traditionelle Myfest in Kreuzberg feierten laut Geisel rund 200 000 Menschen. Es herrschten dichtes Gedränge und gute Stimmung. Wegen möglicher Terrorgefahr waren die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden.

Am Tag der Arbeit haben auch Tausende Menschen für eine solidarische Gesellschaft demonstriert. Unter dem Motto "Wir sind viele, wir sind eins!" folgten sie dem traditionellen Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). In mehreren Demonstrationszügen ging es zum Brandenburger Tor. Nach DGB-Angaben nahmen insgesamt etwa 14 000 Menschen teil.

In Halle in Sachsen-Anhalt stellten sich mehrere Tausend Menschen einem Aufmarsch von Rechtsextremisten entgegen. Initiator war die überparteiliche Initiative "Halle gegen Rechts - Bündnis für Zivilcourage". Laut Polizei waren etwa 500 Rechtsextreme nach Halle gekommen. Die Partei Die Rechte hatte bundesweit für die Aktion mobil gemacht. Statt des Aufzugs gab es nur eine kurze Kundgebung unter massivem Polizeischutz. Nach Angaben der Polizei gab es vereinzelte Auseinandersetzungen zwischen Gegendemonstranten und der Polizei. Die Beamten setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Fünf Polizisten wurden verletzt. Auch bei den Demonstranten gab es Verletzte. Genaue Zahlen lagen nicht vor.

Auf der Rückreise mit der Bahn stiegen dann nach Angaben der Polizei etwa 100 bis 150 Demonstranten aus der rechten Szene in Apolda in Thüringen aus. Beamte wurden mit Steinen und bengalischem Feuerwerk angegriffen. Etwa 100 Menschen seien am Montagnachmittag vorläufig festgenommen worden, sagte eine Sprecherin der Polizei in Gera der Deutschen Presse-Agentur.

In Hamburg beteiligten sich mehr als 2000 Menschen an einer Kundgebung linksextremistischer Gruppen. Die sogenannte revolutionäre 1.-Mai-Demonstration begann an der Sternschanze und bewegte sich mit Sprechchören in Richtung Jungfernstieg im Stadtzentrum. Zu Zwischenfällen kam es zunächst nicht, wie ein Polizeisprecher sagte.

Bei einem Demonstrationszug linker Gruppen durch die Stuttgarter Innenstadt ist am Montag eine 22 Jahre alte Polizistin verletzt worden. Sie wurde von einem unbekannten Demonstranten mit einem Holzstock in den Unterleib geschlagen, teilte die Polizei mit.

Myfest

Erklärung des Berliner 1. Mai Bündnisses

Demo-Aufruf Neukölln

Pressemitteilung

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