Immer mehr Flüchtlinge bleiben in Salzburg

Deutsche Asylpläne zeigen erste Auswirkungen an der Grenze

Freilassing/Salzburg - Mittlerweile wollen laut ORF 20 Prozent der Flüchtlinge, die in Salzburg im Transitlager Alte Autobahnmeisterei ankommen, dort bleiben.

Einige Asylbewerber sollen vorerst keine Deutschkurse bekommen, immer mehr Länder werden sichere Drittstaaten. Die Asylbeschlüsse, die in den vergangenen Wochen gefällt wurden, scheinen erste Wirkung zu zeigen. Ein Indiz: Seit September kannten fast alle Flüchtlinge die Stadt Salzburg nur im Vorbeigehen in Richtung Grenzbrücke Freilassing. Doch mittlerweile wollen laut ORF 20 Prozent der Flüchtlinge, die in der Mozartstadt im Transitlager Alte Autobahnmeisterei ankommen, dort bleiben.

Martin Floss von der Stadt Salzburg sagt, dass dies vor allem für Menschen aus dem Irak, dem Iran und Afghanistan betreffe. Kälte und Müdigkeit könnten Gründe dafür sein. „Zudem es ist so, dass in Deutschland klar kommuniziert wird, dass zum Beispiel Iraner, Afghanen, Iraker wenig Chancen auf Asyl haben.“

Hintergrund ist das Anfang November beschlossene Asylpaket, wonach etwa Bargeld- durch Sachleistungen ersetzt werden sollen. Albanien, Kosovo und Montenegro sollen zudem als „sichere Herkunftsstaaten“ klassifiziert werden. Und aufgrund ihrer unsicherer Bleibeperspektive könnten Flüchtlinge aus Afghanistan, Somalia und Pakistan während ihres Verfahrens keine Sprach- und Integrationskurse erhalten. Derzeit wird über das Gesetz aber noch beraten.

Dass in Salzburg mehr Flüchtlinge Anträge stellen, bemerkt man an den Grenzen von der Anzahl der Einreisen aber nicht. Im Schnitt kommen laut Bundespolizei Rosenheim weiter täglich zwischen 2300 bis 2500 Flüchtlinge in Oberbayern an.

Doch es gibt auch Flüchtlinge, die von Deutschland nach Österreich gehen, wie die iranische Familie Adibi. Sie war ohne Wissen vom Schleuser nach Deutschland gebracht worden und wollte eigentlich nach Salzburg, „weil das die Kulturhauptstadt der Welt ist“, sagt Vater Davood. Mit ihrem Wunsch vertraute sich die Familie der deutschen Polizei an, die half, den Wunsch zu erfüllen.

mc

Auch interessant

Meistgelesen

AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge in Deutschland
AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge in Deutschland
SPD-Parteizentrale evakuiert - Polizei gibt Entwarnung
SPD-Parteizentrale evakuiert - Polizei gibt Entwarnung
Serdar Somuncu gegen den IS: „Was muss das für ein elender Gott sein“
Serdar Somuncu gegen den IS: „Was muss das für ein elender Gott sein“
Besuch von Konzert: Guardiola bangte um Frau und Kinder
Besuch von Konzert: Guardiola bangte um Frau und Kinder

Kommentare