Deutschland importiert jetzt große Mengen Strom

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Das im Zuge des Atom-Moratoriums abgeschaltete AKW Biblis (Hessen).

Berlin - Siet dem Beginn des Atom-Moratoriums importiert Deutschland große Mengen Strom aus dem Ausland. Das hat Bundesnetzagentur-Chef Matthias Kurth erklärt.

Seit dem Abschalten der sieben Kernkraftwerke am 17. März haben sich nach Aussagen Kurths die Stromflüsse geändert. In der ersten Märzhälfte habe Deutschland täglich im Durchschnitt etwa 3500 Megawattstunden (MWh) Strom exportiert, sagte Bundesnetzagentur-Chef Matthias Kurth in einem Gespräch mit der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (“FAZ“/Dienstag). Rein rechnerisch entspreche dies der Kapazität von etwa 3 Kernkraftwerken. Seit dem 17. März führe Deutschland im Saldo durchschnittlich 2500 MWh am Tag ein, “in erster Linie aus Frankreich und Tschechien, dann aus Polen“.

Die Bundesnetzagentur sieht auch nach der Abschaltung der sieben Atommeiler den Strombedarf in Deutschland gedeckt. “Allein in Europa gibt es nach Angaben der Netzbetreiber 19 000 Megawatt mehr Leistung als die maximale Nachfrage ausmacht“, sagte Kurth im FAZ-Gespräch . Dies gelte selbst, wenn das Moratorium für deutsche Kernkraftwerke verlängert werden würde.

Kurth begrüßt den Vorstoß des Bundeswirtschaftsministers Rainer Brüderle (FDP). Dieser will den Netzausbau beschleunigen, damit die erneuerbare Energie integriert werden kann. Allerdings fordert der Präsident der Bundesnetzagentur, den Leitungsbau bundesweit verbindlich zu regeln. “Es werden zu viele energiepolitische Grundsatzdebatten auf lokaler Ebene geführt, wo sie einfach nicht hingehören“, sagte er. Es sollte ein Bundesnetzplan erarbeitet werden, der den notwendigen Ausbau festlegt.

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

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dpa

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