Deutschland liefert weiteres U-Boot an Israel

Berlin - Israel wird aus Deutschland ein weiteres U-Boot bekommen, das sechste inzwischen. Beim Berlin-Besuch von Verteidigungsminister Barak geht es aber nicht nur um die Rüstung.

Deutschland wird nach jahrelangen Verhandlungen ein weiteres U-Boot an Israel liefern. Dies bestätigte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) nach einem Treffen mit seinem israelischen Kollegen Ehud Barak am Dienstag in Berlin. „Wir stehen dazu und halten das für richtig.“ An den Kosten will sich der deutsche Staat mit bis zu 135 Millionen Euro beteiligen, was etwa einem Drittel der Gesamtkosten entspricht. Offiziell soll der Liefervertrag an diesem Mittwoch unterzeichnet werden.

Bislang hat die israelische Marine bereits drei U-Boote aus deutscher Produktion im Einsatz, die schon in den Jahren 1999 und 2000 geliefert wurden. Zwei weitere Boote sind nahezu fertiggestellt. Sie sollen noch dieses Jahr an die Israelis übergeben werden. Gebaut werden die Boote von der Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel, einer Tochter des ThyssenKrupp-Konzerns.

Die U-Boote gehören zur sogenannten Dolphin-Klasse. Angetrieben werden sie mit einem kombinierten Antriebssystem aus Diesel- und Elektromotor, der mit Brennstoffzellen arbeitet. Nach Expertenangaben kann das neue Boot auch mit atomwaffenfähigen Mittelstreckenraketen ausgerüstet werden. Offiziell gibt es dafür keine Bestätigung.

Weiteres Thema des Gesprächs war der Streit um das iranische Atomprogramm. Befürchtet wird, dass Israels Luftwaffe deshalb in den nächsten Monaten iranische Atomanlagen angreifen wird. Barak sagte dazu: „Alle Optionen sollten weiterhin auf dem Tisch bleiben.“ Der Iran steht in dem Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an einer eigenen Atombombe zu arbeiten. Israel fühlt sich dadurch in seiner Existenz bedroht.

De Maizière warnte erneut vor nationalen Alleingängen. „Ich empfehle allen Seiten dringend rhetorisch und auch in der Sache Zurückhaltung“, sagte der Minister. „Das Gebot der Stunde sind scharfe Sanktionen und harte Verhandlungen.“ Eine militärische Eskalation brächte „nicht kalkulierbare Risiken für Israel, für die Region und auch für andere“.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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