Deutschland nimmt 150 libysche Schwerverletzte auf

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Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler vertritt deutsche Interessen in Libyen.

Tripolis - Deutschland leistet Libyen humanitäre Hilfe, indem es 150 schwer verletzte Revolutionskämpfer aufnimmt. "Wir wissen, dass sie Helden des libyschen Volkes sind“, sagte Wirtschaftsminister Rösler.

Deutschland nimmt 150 schwer verletzte libysche Revolutionskämpfer auf. Bereits am kommenden Dienstag sollen die ersten mit Bundeswehrmaschinen in deutsche Krankenhäuser gebracht werden, sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) am Donnerstag in der libyschen Hauptstadt Tripolis. “Wir wissen, dass sie Helden des libyschen Volkes sind“, sagte Rösler. Insgesamt müssen noch etwa 2000 verletzte Revolutionskämpfer behandelt und versorgt werden. Allerdings brauchen nicht alle Spezialbehandlungen.

Grundsätzlich signalisierten die libyschen Gesprächspartner Rösler, dass deutsches Know-How in Verwaltung und Wirtschaft sehr willkommen sei. Bereits vor dem Sturz von Muammar al-Gaddafi waren in dem Land tätige deutsche Firmen aufgerufen worden, ihre Aktivitätern wieder aufzunehmen. Hier handelt es sich vor allem um Energiekonzerne der Öl- und Gaswirtschaft. Die neue libysche Führung will aber auch in erneuerbare Energien investieren. Dabei geht es in erster Linie um Solaranlagen.

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Wichtig für den weiteren friedlichen Verlauf der Revolution und den Neuanfang nach dem Sturz Muammar Al-Gaddafi sei auch Ausbildung und Arbeit für die Jugend, macht unter anderem Finanz- und Ölminister Ali Al-Tarhuni. Vorbild sei hier das deutsche Duale System mit einer Kombination aus betrieblicher und schulischer Ausbildung. Libyen kann dabei den Vorteil, dass sie eine hohe Alphabetisierungsrate von mehr als 88 Prozent hat.

Die deutsche Wirtschaft hat großes Interesse, zumal Libyen eine relativ reiches Land ist mit hohem Potenzial. Sie sieht allerdings noch erhebliche Unsicherheitsfaktoren. Letztlich ist frühestens Mitte kommenden Jahres zu erkennen, wer in der künftigen Regierung sitzt. Bis dahin ist die Frage der Rechtssicherheit von Geschäftsverträgen offen.

Gesundheitsminister Naji Barakat machte deutlich, dass der jetzige Übergangsrat und die darauffolgende Übergangsregierung nur Empfehlungen geben könnten, aber keine festen Verträge schließen. “Egal, wer danach kommt, er wird dies berücksichtigen“, versucht der Minister zu beruhigen. Denn dies seien auch die Forderungen der Libyer insgesamt.

Rösler übergab am Schluss seines Besuches fünf Tonnen Medizin und medizinische Geräte mit einem Marktwert von 250 000 Euro, gespendet von Firmen aus der Gesundheitsbranche. Der Aufbau eines funktionierenden Gesundheitssystems ist eine der Schwerpunkte der libyschen Führung für die nächsten Jahre.

dpa

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