Deutschland will Mexiko in Drogenkampf helfen

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Guido Westerwelle ist derzeit in Mexiko

Mexiko-Stadt - Außenminister Guido Westerwelle ist derzeit zu Besuch in Mexiko. Dort will er sich besonders auf die Drogenkriminalität des Landes auseinandersetzen und die gute wirtschaftliche Zusammenarbeit erhalten.

Außenminister Guido Westerwelle hat Mexiko deutsche Hilfe im Kampf gegen die großen Drogenkartelle versprochen. “Wir wissen, dass Mexiko diesen Kampf mit rechtsstaatlichen Mitteln gewinnen will“, sagte Westerwelle am Freitag bei einem Besuch in Mexiko-Stadt. “Diesen Kampf unterstützen wir.“ Deutschland hilft unter anderem bei der Ausbildung von mexikanischen Polizisten. Drogenfahnder hatten kurz zuvor das bisher größte Hanffeld zur Marihuanaproduktion in Mexiko entdeckt. Die Plantage im Norden des Landes ist nach Behördenangaben 120 Hektar groß und liegt etwa 100 Kilometer von der US-Grenze entfernt. Nach einem Bericht der Zeitung “Milenio“ zerstörten die Behörden 120 Tonnen Marihuana. Eine Ernte des Feldes hätte den Angaben zufolge Marihuana mit einem Marktwert von umgerechnet 110 Millionen Euro ergeben.

Westerwelle sprach sich gemeinsam mit Außenministerin Patricia Espinosa für einen Ausbau der Zusammenarbeit aus, insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiet. Mexiko habe in den vergangenen Jahren sowohl auf wirtschaftlichem als auch auf politischem Gebiet stark an Bedeutung gewonnen. “Unsere wirtschaftlichem Beziehungen haben ein enormes Potenzial.“

Gemeinsam mit Staatspräsident Felipe Calderón wollte Westerwelle am Freitag den offiziellen Startschuss für die neue Serie des VW Beetle geben, der in Mexiko hergestellt wird. Der FDP-Politiker wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Mexiko gehört ebenso wie Deutschland zur G20-Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Beide Länder sind wirtschaftlich eng miteinander verknüpft. Das Handelsvolumen betrug im vergangenen Jahr mehr als zehn Milliarden Euro. In den Niederlassungen deutscher Firmen sind in Mexiko etwa 120 000 Menschen beschäftigt.

Sie waren die Chefs der FDP

Sie waren die Chefs der FDP

Westerwelle ging auch auf die Sorgen der deutschen Wirtschaft vor der organisierten Kriminalität ein. “Wir unterstützen diesen Kampf auch praktisch und beraten darüber, wie diese Hilfe ausgebaut werden kann.“ Bislang habe er aber keine “keine Anzeichen dafür, dass das Interesse der deutschen Wirtschaft gemindert würde“.

In Mexiko tobt seit Jahren ein Kampf der Drogenkartelle, bei dem es um viele Milliarden Euro geht. Vor allem im Norden des Landes gibt es ganze Gebiete, die von den kriminellen Organisationen kontrolliert werden.

Beispielhaft für die enge Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet ist die Produktion des VW Beetle. Der Nachfolger des klassischen “Käfer“ läuft in Mexiko vom Band, im VW-Werk Puebla. Weltweit wurden davon seit 1997 mehr als 1,3 Millionen Exemplare verkauft. Auch das neue Modell wird in Puebla hergestellt. Die Investitionskosten betrugen etwa 275 Millionen Euro.

An diesem Samstag will der FDP-Politiker den Bundesstaat Chiapas besuchen. Letzte Station der einwöchigen Amerika-Reise wird am Sonntag Haiti sein, wo sich Westerwelle über den Stand des Wiederaufbau-Arbeiten nach der Erdbeben-Katastrophe informieren will. Auf der Insel waren im vergangenen Jahr mehr als 220 000 Menschen ums Leben gekommen.

dpa

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