Analyse vor der Wahl

Diese Aufgaben warten auf den US-Präsidenten

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US-Präsident Barack Obama (links) und Herausforderer Mitt Romney.

Washington - Der nächste US-Präsident wird an vielen Fronten gleichzeitig kämpfen müssen, egal ob er Barack Obama oder Mitt Romney heißt. Diese Aufgaben warten auf ihn:

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Er muss Arbeitsplätze schaffen, die Staatsschulden drücken und ein gespaltenes Land einen. Er muss den längsten Krieg, in den die USA jemals verwickelt waren, zu Ende bringen und den Iran davon abhalten, eine Atombombe zu bauen. Das sind einige der Herausforderungen, vor denen der Wahlsieger nach seiner Amtseinführung am 21. Januar steht.

Die Arbeit beginnt bereits kurz nach der Präsidentschaftswahl am (morgigen) Dienstag. Das Weiße Haus, das bis zur Amtsübergabe weiter von Obama geführt wird, muss sich mit dem Kongress darauf einigen, wie die sogenannte „Fiskalklippe“ zu umschiffen ist. Sollten sich Exekutive und Legislative nicht einigen und tätig werden, werden im Januar automatisch eine Vielzahl von Steuern erhöht und Ausgaben gekürzt.

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Der nächste Präsident wird sich nicht mit einem chaotischen Finanzsektor oder einem Arbeits- und Aktienmarkt im freien Fall herumschlagen müssen, wie es Obama nach Antritt seiner ersten Amtszeit 2009 tun musste. Doch mehr als 23 Millionen Menschen in den USA sind ohne Arbeit oder arbeiten Teilzeit, obwohl sie Vollzeit arbeiten wollen. Die Staatsverschuldung liegt bei über 16 Billionen Dollar (12,5 Billionen Euro).

Die Fronten sind verhärtet

Sollte Obama eine zweite Amtszeit bekommen, wird der Demokrat aller Voraussicht nach mit einem republikanisch dominierten Repräsentantenhaus regieren müssen. Sollte der Republikaner Romney ins Weiße Haus ziehen, wäre er womöglich auf die Gunst eines von den Demokraten kontrollierten Senats angewiesen.

Auch die amerikanische Gesellschaft ist gespalten. Wie Prognosen zeigen, weiß der jeweilige Kandidat nur etwa die Hälfte der Wähler hinter sich. Viele Staaten gelten als so streng demokratisch oder republikanisch, das dort gar kein Wahlkampf geführt wird. In dem Land, das auf einen Traum baut, scheinen Hoffnung und Optimismus rückläufig.

Herausforderungen im Ausland

Der Rest der Welt wird dem Präsidenten keine Atempause gönnen. Der seit Jahren andauernde Streit mit dem Iran um sein Atomprogramm spitzt sich zu. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat gewarnt, dass der Iran bereits im Sommer 2013 zum Bau einer Atombombe in der Lage sein könnte. Der nächste US-Präsident wird alle Hebel in Gang setzen müssen, um den Iran zum Einlenken zu bewegen, aber einen Krieg zu verhindern.

US-Wahlkampf in Schnappschüssen

US-Wahlkampf in Schnappschüssen

Der Bürgerkrieg in Syrien hat derweil bereits mehr als 30.000 Menschenleben gekostet. Israelis und Palästinenser sind einem dauerhaften Frieden nicht näher gekommen. Europas Schuldenkrise gefährdet auch die US-Wirtschaft. Mexikos brutaler Kampf gegen die Drogen wird vor der Haustür geführt. Der Arabische Frühling hat viele Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens destabilisiert. In Libyen kamen deshalb im September vier US-Bürger ums Leben.

Der Krieg in Afghanistan dauert bereits mehr als elf Jahre, der ISAF-Einsatz soll Ende 2014 abgeschlossen sein. Der nächste US-Präsident wird entscheiden müssen, wann genau die 68.000 verbleibenden US-Soldaten aus dem Land abgezogen werden sollen. Auch der internationale Terrorismus wird den Präsidenten weiter beschäftigen.

Das sind Republikaner und Demokraten

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Ob Dürre, Supersturm, Amoklauf, oder Ölpest - auch für diese Eventualitäten ist schlussendlich der Präsident zuständig. Der Zuständigkeitsbereich des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist allumfassend.

dapd

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