Ein Toter bei Protest in Pakistan

USA distanzieren sich von Video

+
Anti-amerikanische Kundgebung in Dhaka am Freitag: Aus Protest gegen das Schmähvideo verbrennen Demonstranten eine US-Flagge.

Islamabad/Kuala Lumpur - Am Tag der Freitagsgebete hat es bei Protesten gegen das Mohammed-Video mehrere Tote gegeben. Ein TV-Mitarbeiter wurde in Pakistan in seinem Auto getötet.

Nach den Freitagsgebeten haben Zehntausende Menschen in Pakistan gewaltsam gegen den umstrittenen Mohammed-Film aus den USA protestiert. In mehreren pakistanischen Städten kam es zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und steinewerfenden Demonstranten. Mindestens 15 Menschen kamen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Auch in anderen Ländern demonstrierten tausende Menschen. Die Proteste richteten sich auch gegen in Frankreich erschienene Mohammed-Karikaturen.

Der pakistanische Ministerpräsident Raja Pervaiz Ashraf forderte die internationale Gemeinschaft dazu auf, Gesetze gegen die Beleidigung des Propheten zu erlassen. Dabei erinnerte er an das Verbot, den Holocaust zu leugnen, was zumindest in Deutschland eine Straftat darstellt, in den USA hingegen nicht.

Die pakistanische Regierung hatte den Freitag zu einem gesetzlichen Feiertag erklärt, damit die Menschen gegen das im Internet veröffentlichte Schmähvideo auf die Straße gehen konnten. Tausende protestierten, einige zündeten dabei US-Flaggen an und verbrannten Abbilder von US-Präsident Barack Obama.

Demonstrationen im Irak und in Sri Lanka

Auch im Irak demonstrierten rund 3.000 Menschen gegen den Film und die in einer französischen Wochenzeitung erschienen Mohammed-Karikaturen. Organisiert hatten die Proteste in der Stadt Basra vom Iran unterstützte schiitische Gruppen.

In der Hauptstadt von Sri Lanka, Colombo, sowie in Bangladesch und in der Kaschmir-Region gingen ebenfalls Tausende Menschen auf die Straße. Kleiner und weitgehend friedlich liefen die Proteste in Malaysia und Indonesien ab.

US-Botschaft schaltet Fernsehspot in Pakistan

In Pakistan kommt es seit fast einer Woche zu gewaltsamen Ausschreitungen. Anlass ist der Film „Unschuld der Muslime“, der in den vergangenen zehn Tagen in zahlreichen weiteren Staaten der muslimischen Welt zu Unruhen und mindestens 31 Toten führte, darunter auch der US-Botschafter in Libyen. Ziel der Proteste waren dabei vor allem US-Einrichtungen, obwohl es sich bei dem Film um eine private Produktion handelt und diese von US-Regierungsvertretern als beleidigend kritisiert wurde.

Washington hatte noch am Donnerstag versucht, aufgebrachte Muslime in Pakistan per Fernsehspot vor weiteren Protesten abzuhalten. Geschaltet hatte die Spots mit US-Präsident Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton die US-Botschaft im Land.

Aus Sorge vor Anschlägen sperrte die pakistanische Regierung am Freitag nach eigenen Angaben die Mobilfunknetze in mindestens 15 Städten, darunter Karachi, Lahore und Islamabad. Ziel sei es, Extremisten auf diesem Weg daran zu hindern, Bomben per Handy fern zu zünden, sagte ein Mitarbeiter des Innenministeriums. Es war geplant, die Netze um 18.00 Uhr (Ortszeit) wieder in Betrieb zu nehmen.

Schwere Ausschreitungen gab es unter anderem in Peshawar, wo Demonstranten ein Kino sowie die Handelskammer in Brand steckten. Mindestens elf Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei mit. Ein Fernsehjournalist des Sender ARY berichtete, sein Fahrer sei durch Polizeikugeln getötet worden, als sie über die Zusammenstöße berichten wollten.

dapd

auch interessant

Meistgelesen

Trump liebt Deutschland - und warnt BMW
Trump liebt Deutschland - und warnt BMW
US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an
US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an
Verfassungsgericht hat entschieden: NPD wird nicht verboten
Verfassungsgericht hat entschieden: NPD wird nicht verboten
Kontrollen in Kölner Silvesternacht: Geheim-Bericht mit neuer Brisanz
Kontrollen in Kölner Silvesternacht: Geheim-Bericht mit neuer Brisanz

Kommentare

Guest
(1)(0)

Dieses Foto sollte man sich merken.

Phil Rincewind
(1)(0)

da gab es doch schon mal jemanden der seine Hände in Unschuld waschen wollte statt Stellung zu Beziehen...