TV-Sender hält Vorwürfe aufrecht

Nach "eindeutigem" Anruf: CSU schreibt dem ZDF

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Nach dem Vorwurf der versuchten Einflussnahme auf die Berichterstattung des ZDF hat sich CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hinter Parteisprecher Hans Michael Strepp gestellt.

München - Nach dem Vorwurf der versuchten Einflussnahme auf das ZDF hat die CSU ein Schreiben geschickt. Der CSU-Generalsekretär stärkt dem Parteisprecher den Rücken. Der TV-Sender bleibt bei seiner Version.

„Der CSU-Sprecher hat deutlich gemacht, dass es keinen Versuch einer Beeinflussung der Berichterstattung des ZDF gab“, teilte Generalsekretär Alexander Dobrindt am Mittwoch mit. Dies habe Strepp auch in einem Schreiben an den stellvertretenden ZDF Chefredakteur Elmar Theveßen „ausgeführt und klargestellt“. „Er hat in diesem Schreiben zudem eine Entschuldigung gegenüber dem ZDF ausgesprochen für den Fall, dass ein andersgearteter Eindruck entstanden sein sollte“, erklärte der CSU-Generalsekretär weiter.

Der Mainzer Sender blieb auch am Abend „bei der Darstellung, dass Strepp am Sonntag in der "heute"-Redaktion angerufen und die geplante Berichterstattung über den Landesparteitag der SPD in Frage gestellt hatte“. ZDF-Chefredakteur Peter Frey teilte mit, der Anruf sei „eindeutig gewesen“, aber man sei dem Berichterstattungsauftrag nachgekommen. Schon vorher hatte Frey gefordert, Strepp müsse die Frage beantworten, warum und mit welcher Intention er direkt in der „heute“-Redaktion angerufen habe. Er sei mit der Reaktion der Kollegen sehr zufrieden. „Wir senden, was wir senden, egal wer anruft.“

In dem Brief Strepps, den die CSU-Landesleitung veröffentlichte, heißt es, der Kontakt zu den Redaktionen gehöre zum Alltagsgeschäft eines Pressesprechers. „Ich möchte gleichwohl nochmals klarstellen, dass ich selbstverständlich auf die Berichterstattung des ZDF weder Einfluss genommen habe noch dies vorhatte“, schrieb Strepp. Darauf habe er den diensthabenden Redakteur ausdrücklich hingewiesen. „Die Berichterstattung des ZDF ist bekanntermaßen von einer Unabhängigkeit geprägt, bei der sich bereits jeder Gedanke an eine Beeinflussbarkeit verbietet. Ein etwaiger andersgearteter Eindruck aus dem Telefonat vom Sonntag erklärt sich mir deshalb nicht. Sollte ein solcher entstanden sein, so möchte ich dazu mein Bedauern ausdrücken.“

CSU-Chef Horst Seehofer sagte dazu: „Ich muss mich auf eine solche schriftliche Stellungnahme verlassen.“ Was Strepp schriftlich erkläre, sei für ihn Realität. Seehofer betonte mehrfach, dass der Versuch einer Einflussnahme auf das ZDF durch die CSU-Zentrale nicht zu tolerieren wäre. „Es widerspräche unserer Grundhaltung. Wir sind eine tolerante Partei.“

Laut „Süddeutscher Zeitung“ soll Strepp mit einem Anruf in der ZDF-„heute“-Redaktion am Sonntag versucht haben, einen Fernsehbericht über den bayerischen SPD-Parteitag am Wochenende zu verhindern.

dpa

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