Festgenommene planten Terroranschlag in Deutschland

Karlsruhe - Deutsche Sicherheitsbehörden haben möglicherweise einen islamistischen Terroranschlag in der Bundesrepublik verhindert.

Beamte des BKA haben drei mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation Al-Kaida festgenommen. Wie die “Bild“-Zeitung (Samstagausgabe) unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, handelt es sich um drei junge Marokkaner aus Nordrhein-Westfalen, die vermutlich Anschläge in Deutschland geplant hätten. Darauf deuteten größere Mengen sichergestellter Sprengmittel, darunter Azeton, hin.

Das Ministerium erklärte, die Bundesanwaltschaft führe seit dem 15. April ein Ermittlungsverfahren gegen die drei Männer. Das Bundeskriminalamt sei aber schon seit mehr als sieben Monaten an dem Fall dran. Ursprünglich habe die Gruppe eine Art Testlauf mit Sprengmitteln in der Nacht zum Freitag geplant, der dann aber verschoben worden sei. Die Ermittler hätten sich dennoch entschlossen, am Freitag zuzugreifen, bevor die drei Verdächtigen mit dem Bau einer Bombe beginnen konnten. Bei dem Testlauf, bei dem offenbar die Wirkung des Sprengsatzes erprobt werden sollte, habe es sich aber noch nicht um einen geplanten Terrorschlag gehandelt. Der soll aber geplant gewesen sein. Zwei der Männer seien in der Nacht zum Freitag in Düsseldorf festgenommen worden, der dritte in Bochum.

Bei dem Trio handelt es sich laut “Bild“ um Abdeladim K. und Jamil S. aus Düsseldorf sowie um Ahmed Sh. aus Bochum. Nach dpa-Informationen handelt es sich bei einem der Festgenommenen um eine engere Kontaktperson von Al-Kaida in Deutschland. Einer der Anführer soll in einem Terrorcamp im Ausland ausgebildet worden sein. Nach Informationen des ZDF soll es sich um deutsche Staatsbürger handeln. Die Dimension des Falls sei vergleichbar mit dem der Sauerland-Gruppe, die im Jahr 2007 festgenommen worden war, berichtete das ZDF.

Es gebe Bezüge zu der Terrorwarnung, die der damalige Innenminister Thomas de Maizière (CDU) im November vergangenen Jahres ausgesprochen habe, hieß es in der Mitteilung. De Maizière hatte vor möglicherweise bevorstehenden Terroranschlägen islamistischer Terroristen in Deutschland gewarnt. Im Februar hatte er die Sicherheitsmaßnahmen wieder runterfahren lassen, aber zugleich betont, die Gefahr sei noch nicht gebannt.

Die Verdächtigen sollen an diesem Samstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Das teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag mit. Über Einzelheiten wollen der stellvertretende Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum und der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, dann in einer Pressekonferenz in Karlsruhe informieren.

Friedrich: Mit Festnahmen "konkrete Gefahr" abgewehrt

Mit der Festnahme dreier mutmaßlicher Al-Kaida-Mitglieder wurde nach den Worten von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) eine “konkrete und bevorstehende Gefahr“ abgewehrt. Der Vorgang zeige, dass Deutschland nach wie vor im Fadenkreuz internationaler Terroristen stehe, sagte der Minister am Freitag laut Mitteilung in Berlin. “Es gilt, auch weiterhin wachsam zu sein.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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