Bericht der „New York Times“

Snowden schon 2009 unter Verdacht der CIA

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Edward Snowden.

Washington - Der US-Informant Edward Snowden ist einem Bericht der „New York Times“ zufolge bereits im Jahr 2009 ins Visier der CIA geraten.

Snowden arbeitete damals noch für den Auslandsgeheimdienst in Genf. Er soll nach einem internen Bericht versucht haben, sich Zugang zu geheimen Computerdateien zu verschaffen, berichtete die Zeitung am Freitag unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter.

Ein Vorgesetzter habe damals in einem Bericht geschrieben, dass sich Snowdens Verhalten und Arbeitsgewohnheiten deutlich verändert hätten. Die CIA habe sich dann entschlossen, ihren Mitarbeiter in die USA zurück zu schicken. Weitere Konsequenzen hatte der Verdacht laut „New York Times“ offensichtlich keine, denn der IT-Techniker fand eine Anstellung beim US-Geheimdienst NSA.

Vier Jahre später veröffentlichte der heute 30-Jährige Tausende geheime Unterlagen über Ausspähprogramme seines neuen Arbeitgebers. Sowohl die CIA als auch die NSA und das FBI wollten sich auf Anfrage der Zeitung nicht zu der Angelegenheit äußern.

Fünf Fakten rund um Skandal-Enthüller Snowden

Die Enthüllung: Snowden hat streng geheime Informationen über Überwachungsprogramme der USA an die Medien weitergeleitet. Danach greift der Geheimdienst NSA im großen Stil auf Telefondaten und E-Mail-Konten von Millionen US-Bürgern zu. Wollen die Agenten anhand gesammelter Daten einer bestimmten terroristischen Bedrohung nachgehen, müssen sie dazu jedoch richterliche Erlaubnis einholen. © AP
Der Enthüller: Seit er sich als Hauptquelle hinter den Enthüllungen der Blätter „The Guardian“ und „The Washington Post“ zu erkennen gab, hatte sich Snowden in Hongkong versteckt gehalten. Das US-Justizministerium stellte Strafanzeige wegen Spionage und Diebstahls von Staatseigentum gegen den Ex-Geheimdienstmitarbeiter. Einen Auslieferungsantrag der USA lehnten die Behörden in Hongkong jedoch mit dem Hinweis ab, dass eingereichte Unterlagen nicht gesetzlichen Vorgaben entsprochen hätten. © AP
Die Flucht: Noch bevor die ersten Medienberichte über die US-Überwachungsprogramme kursierten, hatte Snowden den US-Staat Hawaii schon in Richtung Hongkong verlassen. Dort angekommen, setzte er seine Enthüllungsinterviews mit Reportern fort. Dann verließ er Hongkong in Begleitung von Vertretern der Enthüllungsplattform Wikileaks. Snowden flog nach Moskau. Dort durfte er den Transitbereich des Flughafen nach langem Hickhack verlassen. Die USA zeigten sich enttäuscht von Russland. © AP
Die Diplomatie: Schon der US-Antrag auf eine Überstellung Snowdens scheiterte an der fehlenden Kooperation Hongkongs. Auch Russland unterhält kein Auslieferungsabkommen mit den USA. © AP
Die Zukunft: Snowdens Kooperation mit Wikileaks dürfte ein neues Kapitel einläuten, was Ausmaß und Qualität möglicher weiterer Enthüllungen anbelangt. Schon jetzt haben Snowdens Einlassungen für einigen Aufruhr gesorgt, auch wenn daran beteiligte Journalisten beteuerten, zum Schutz der nationalen Sicherheit nicht den vollen Umfang seiner brisanten Informationen ans Licht gebracht zu haben. © AP

dpa

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