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Regierung solle das Leid beenden

Ein Geistlicher und ein Milizenführer: Schiitische Regierung im Irak steht

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Haidar al-Abadi (rechts) wird der neue Ministerpräsident. Links: Muktada al-Sadr.

Einen Monat nach der umstrittenen Parlamentswahl im Irak haben sich die beiden stärksten Bündnisse auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung geeinigt.

Bagdad - Einen Monat nach der umstrittenen Parlamentswahl im Irak haben sich die beiden stärksten Bündnisse auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung geeinigt. Der einflussreiche schiitische Kleriker Muktada al-Sadr und der frühere schiitische Milizenführer Hadi al-Amiri vereinbarten, dass sich ihre Listen zum größten Block im neuen Parlament zusammenschließen. Diese Koalition solle das Leiden der Nation und des Volkes beenden, sagte Al-Sadr am Dienstagabend nach einem Treffen der beiden in der Provinz Nadschaf.

Al-Sadrs Liste Sairun (Wir marschieren) hatte bei der Abstimmung am 12. Mai überraschend die meisten Sitze gewonnen, Al-Amiris Eroberungskoalition kam auf den zweiten Platz. Während Al-Sadr auf Distanz zum einflussreichen schiitischen Nachbarn Iran gegangen ist, gilt Al-Amiri als wichtigster Verbündeter Teherans im Land.

Regierungsbildung überschattet durch Wahlfälschungs-Vorwürfe

Ein Sprecher der Eroberungskoalition rief die anderen „siegreichen Blöcke“ auf, sich an dem Bündnis zu beteiligen. Al-Sadr hatte mehrfach erklärt, er wolle eine „inklusive“ Regierung bilden, die die Kluft zwischen Schiiten und Sunniten überbrückt. Viele Sunniten im Irak sehen sich von der Mehrheit der Schiiten diskriminiert.

Überschattet wird die Regierungsbildung von Vorwürfen, bei der Wahl habe es Unregelmäßigkeiten und Fälschungen gegeben. Ministerpräsident Haidar al-Abadi sprach von „gefährlichen Verstößen“. Das noch amtierende alte Parlament beschloss eine Neuauszählung aller Stimmen. Am Wochenende brach in der Hauptstadt Bagdad jedoch in einem Lager mit Stimmzetteln ein Feuer aus. Al-Abadi zufolge wurde der Brand mit Absicht gelegt. Es war die erste Wahl im Irak nach dem Sieg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

dpa

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