Statistisches Bundesamt

Einwanderungsland Deutschland in Zahlen: Wer, wo und wie viele?

Wo leben wie viele Ausländer? Den Anteil der ausländischen Bevölkerung zeigt unsere Karte.

München - Schon seit Jahren gehen die Zuwanderungszahlen kräftig nach oben. Jetzt hat das Statistische Bundesamt alle Zahlen über Ausländer in Deutschland zusammengetragen. Eine Übersicht.

Die Zahl der Ausländer:
9.107.893 Ausländer leben derzeit in Deutschland.

Mehr Männer als Frauen: 
4.873.294 der in Deutschland lebenden Ausländer sind Männer, 4.234.599 sind Frauen.

Zuwanderungsrekord:
Das gab es noch nie. Knapp zwei Millionen Zuwanderer zählten die Statistiker im vergangenen Jahr in Deutschland.

Abwanderungsrekord:
Ebenfalls ein Rekord: Etwa 860 000 Ausländer verließen das Land im vergangenen Jahr wieder.

Verschiebung durch Flüchtlinge: 
Unterm Strich blieb damit ein Plus von etwa 1,14 Millionen Menschen. Grund für den Rekord: die Flüchtlingskrise. Die Hunderttausenden Menschen, die vor Krieg und Elend nach Deutschland fliehen, verschieben einiges. Noch 2014 hatte es 1,343 Millionen Zuzüge und 766 000 Fortzüge gegeben — also ein Wanderungssaldo von 577 000 Ausländern. 2015 stieg die Zahl der Zuzüge um 49 Prozent, während die Zahl der Fortzüge lediglich um 12 Prozent zunahm. Der Wanderungssaldo hat sich 2015 somit fast verdoppelt.

Mehr Ausländer im Westen:
In weiten Teilen Westdeutschlands liegt der Ausländeranteil deutlich über dem in Ostdeutschland. Berlin bildet hier die einzige Ausnahme – mit 14,7 Prozent ist der Ausländeranteil hier der höchste aller Bundesländer. Auf den Plätzen folgen Hamburg (14,1%), Bremen (14,0%) und Hessen (13,4%). Im Osten sind die Werte deutlich niedriger: In Thüringen sind 2,8 Prozent der Einwohner Ausländer, in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen liegt der Wert bei 2,9 Prozent.

Herkunftsländer:
In Westdeutschland dominieren die Ausländer aus Nationen, aus denen in der alten Bundesrepublik Arbeitskräfte angeworben wurden. Türken, Italiener und Griechen finden sich hier weit vorn. Ganz anders die Situation im Osten: Dort sind die Syrer, die zum Großteil erst im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen sind, in vielen Landkreisen die dominierende Nation.

Aufenthaltsdauer:
Gekommen um zu bleiben: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer aller Ausländer in Deutschland beträgt derzeit 16,3 Jahre – vom Baby bis zum Greis.

Geburtenüberschuss:
Ausländer kommen nicht nur aus dem Ausland nach Deutschland, sie werden auch hier geboren. Im vergangenen Jahr gab einen Geburtenüberschuss von 30 000 Personen.

Neue Deutsche:
Jährlich fallen viele Personen aus der Statistik, weil sie keine Ausländer mehr sind – sondern Deutsche. Im vergangenen Jahr wurden 111 000 Personen wurden wegen ihrer Einbürgerung aus dem Register gelöscht.

Die Trends:
Bis 2014 lag der Zuwachs vor allem an Menschen aus anderen europäischen Staaten, die frei entscheiden können, wo sie in der EU leben und arbeiten wollen. Sie machten zuletzt immer den größten Teil der Zuwanderer in Deutschland aus. Die Flüchtlingsbewegungen überlagern dieses Bild jetzt. In der Statistik werden den Angaben zufolge schutzsuchende Flüchtlinge zwar grundsätzlich berücksichtigt. Momentan dürften in der Statistik aber nicht alle Flüchtlinge erfasst sein, weil eine zeitnahe Erfassung aller Schutzsuchenden durch die Meldebehörden nicht möglich gewesen sei.

In der tz erzählen drei Einwanderer in München ihre Geschichte: Sie kamen um zu bleiben.

Dominik Laska

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