Joachim Herrmann präsentiert Konzept

Elmau: So wird der G8-Gipfel

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Schloss Elmau steht im Mittelpunkt des G8-Gipfels.

München - Im Juni 2015 wird Schloss Elmau beim G8-Gipfel zur Sicherheitsfestung. Wer kümmert sich um die Sicherheit und was erwartet die Bevölkerung? Die tz klärt die wichtigsten Fragen.

In weniger als einem Jahr ist es soweit, dann treffen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die sieben mächtigsten Männer der Welt zum G8-Gipfel in Bayern. Am 4. und 5. Juni 2015 wird Schloss Elmau zur Sicherheitsfestung, hier werden die wichtigsten Fragen zur Weltpolitik geklärt. Am Mittwoch stellte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) das erste Sicherheitskonzept für den Gipfel vor. Die tz klärt die wichtigsten Fragen:

Wie viele Polizisten werden vor Ort sein?

Laut Innenminister Herrmann wurden bislang von der Staatsregierung 10.000 Hotelbetten für die Einsatzkräfte reserviert. Manche werden sogar im benachbarten Tirol untergebracht Ob jedoch noch mehr Polizisten zum Einsatz kommen, ist unklar. In Heiligendamm waren es rund 17.000 Beamte.

Wer kümmert sich um die Sicherheit?

Für das Hotel und dessen Umfeld wird das Bundeskriminalamt zuständig sein, um das weitere Umfeld kümmert sich die bayerische Polizei. Die Bundeswehr soll keine größere Rolle spielen. Ein festes Sicherheitskonzept erwartet Herrmann bis Ende Herbst diesen Jahres.

Großräumige Flugverbotszone geplant

Wird Schloss Elmau großräumig abgesperrt?

Um den Tagungsort sollen zwei Sicherheitsbereiche eingerichtet werden. Ein erster zieht sich um das Hotel. Demonstranten dürften sich dem Hotel dann nicht weiter als 200 Meter nähern. Auch wird es – ähnlich wie in Heiligendamm – eine großräumige Flugverbotszone geben. Sie könnte sogar über die Grenze bis zum Flughafen Innsbruck reichen. Mit Österreichs Behörden laufen laut Herrmann bereits Gespräche.

Was für Baumaßnahmen sind zu erwarten? 

Die offizielle Mautstraße vom Ortsteil Klais zum Schloss wird saniert – aber nicht verbreitert, eine bestehende zweite Zufahrtsstraße wird als Einsatzweg für die Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte hergerichtet. Der Freistaat bezuschusst diese beiden Projekte mit 1,5 Millionen Euro. An der Bahnstation Klais werden die Bahnsteige saniert, ein Breitbandanschluss und verbesserte Wasser- und Abwasserleitungen zum Schloss sind in Planung und Bau. Ob es eine Mauer um den Tagungsort geben wird, ist nach wie vor unklar.

Werden Wanderwege für den Zeitraum gesperrt?

Bislang gibt es keine konkreten Pläne, doch Jörg Jovy vom Kreisvorstand der Grünen glaubt: „Es wird keinen Platz für Wanderer geben.“ Vermutlich werden die Wanderwege für den Zeitraum des Gipfels zur Sicherheit gesperrt werden. Gemeinsam formiert der Politiker Kritiker zu einem Bündnis gegen den G8-Gipfel. „Elmau ist der falsche Ort für einen solchen Gipfel.“

Was bedeutet der G8-Gipfel für die umliegenden Hotels?

Die Hotels in der Umgebung sind bereits jetzt zum Teil für Sicherheitskräfte, Delegationsteilnehmer und Journalisten fest gebucht. Viele Häuser werden derzeit im Bereich Hygiene- und Lebensmittelüberwachung deutlich häufiger überprüft.

Was erwartet die Bevölkerung?

Die Bürger in der Region werden in den Tagen des Gipfels vor allem mit einem Menschenansturm sowie Verkehrsbehinderungen rechnen dürfen. Bereits jetzt formieren sich Gegendemonstranten, in Heiligendamm waren damals 80.000 Demonstranten vor Ort. Beeinträchtigt wird wohl auch der Urlauberverkehr. Hier dürfte es Probleme am Zirler Berg zwischen Innsbruck und Mittenwald geben. Auch gibt es Überlegungen, für das G8-Treffen wieder die Grenzkontrollen einzuführen.

Welche Fragen sind noch offen?

Ziemlich viele. Noch steht kein gesamtheitliches Konzept. Fragen wie „Wird es einen Drahtzaun geben?“, „Wo darf demonstriert werden?“, und „Lassen sich Demos auslagern?“ will Herrmann im Herbst beantworten.

Marcus Mäckler und Antonia Wille

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