Teils 40 Euro Unterschied

Neue Berechnungsmethode: Weniger Elterngeld

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Eine Frau sitzt mit ihrer acht Monate alten Tochter Elisa in ihrer Wohnung in München (Oberbayern) und hält ein Formular zur Beantragung von Elterngeld in der Hand.

Berlin - Wirrwarr bei der Elterngeldberechnung: Die Länder wollten, dass das Verfahren nicht mehr so bürokratisch abläuft und erwirkten eine Gesetzesänderung. Jetzt bekommen viele Eltern weniger als zuvor.

Viele Väter und Mütter bekommen seit Anfang des Jahres wegen einer neuen Berechnungsmethode weniger Elterngeld als zuvor. Im ungünstigsten Fall liegen die Zahlungen für ein Kind, das in diesem Jahr geboren wurde, gut 40 Euro im Monat niedriger als für ein 2012 geborenes Kind, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Berechnungen des Berliner Steuerrechtsexperten Frank Hechtner. Die Berechnungen liegen auch der Nachrichtenagentur dpa vor.

Die neue Rechenmethode ist laut Bundesfamilienministerium Ergebnis einer Gesetzesinitiative der Bundesländer zur Entbürokratisierung des Elterngeldvollzugs. „Die Änderungen setzen den ausdrücklichen und einstimmigen Wunsch der Bundesländer nach Verwaltungsvereinfachungen um“, sagte eine Sprecherin. Diesem Wunsch der Länder habe das Bundesfamilienministerium trotz Skepsis mit einer Gesetzesänderung entsprochen.

Internetrechner ist nicht exakt

Nach Berechnungen des Steuerexperten bekommt zum Beispiel eine verheiratete Mutter oder ein verheirateter Vater mit einem Einkommen von monatlich 4100 Euro brutto nach der neuen Methode gut 40 Euro weniger. Doch auch für Eltern, die nur die Hälfte verdienen, ist der Ausfall nicht unbeträchtlich: Bei einem Einkommen von 2000 Euro brutto falle das Elterngeld monatlich um 10,18 Euro niedriger aus als bei der bisher gültigen Kalkulation.

Hechtner verweist auch darauf, dass der Internet-Elterngeldrechner des Ministeriums die gesetzlichen Änderungen noch nicht berücksichtigt. So werde bei einem monatlichen Bruttolohn von 4200 Euro immer noch ein Elterngeld von 1770,29 Euro vorhergesagt. Tatsächlich bekämen die Eltern eines 2013 geborenen Kindes aber nur 1748,35 Euro.

Steuersenkungen werden nicht erfasst

Seit der Gesetzesänderung werde unter anderem die Obergrenze für die Beiträge zur Krankenversicherung nicht berücksichtigt, erläuterte Hechtner. Damit würden Gutverdienern höhere Beitragszahlungen unterstellt, als sie real geleistet hätten. Dies drücke das Nettogehalt und sorge so für ein niedrigeres Elterngeld. Zum anderen erfasse die neue Berechnung zwischenzeitliche Steuersenkungen nicht.

Nach Aussage des Ministeriums stellt der Elterngeldrechner lediglich eine Planungshilfe dar, die Aufschluss über die etwaige Größenordnung des zu erwartenden Geldes geben soll. „Der Elterngeldrechner wird laufend aktualisiert, um so exakt wie möglich zu sein.“ Das Ergebnis des Online-Rechners könne jedoch die amtliche Berechnung nicht ersetzen. „Eine verbindliche Berechnung der persönlichen Elterngeldansprüche kann nur über die zuständige Elterngeldstelle geklärt werden“, sagte die Sprecherin.

dpa

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