Elterngeld: Haderthauer für Ausweitung

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Das Elterngeld sollte nach Ansicht von Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer (CSU) deutlich länger als bisher gezahlt werden.

München - Das Elterngeld sollte nach Ansicht von Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer (CSU) deutlich länger als bisher gezahlt werden.

In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa schlug sie eine Zeitspanne von künftig 24 statt heute 14 Monaten vor. Sobald es finanziell möglich sei, sollten die sogenannten Partnermonate zeitlich ausgedehnt werden, sagte sie aus Anlass des fünfjährigen Bestehens des Elterngeldes.

„Ideal wäre es, wenn wir insgesamt wieder auf eine zweijährige finanzielle Abfederung kämen, wie das vor der Einführung des Elterngeldes mit dem Bundeserziehungsgeld der Fall war.“ Nach Haderthauers Vorstellungen sollten beide Elternteile die 24-monatige Auszeit dann gleichberichtigt untereinander aufteilen.

Das Elterngeld war am 1. Januar 2007 eingeführt worden. Der Elternteil, der nach der Geburt eines Kindes vorübergehend auf den Job verzichtet, erhält ein Jahr lang zwischen 300 und 1800 Euro monatlich. Wenn auch der andere Partner, im Regelfall der Mann, eine Auszeit nimmt, wird das Elterngeld für zwei weitere Monate gezahlt.

Die sogenannten Partnermonate ermöglichen den Eltern, sich die 14 Monate Betreuungszeit frei zu teilen, meist aber nimmt der Vater nur ein bis drei Monate. In Bayern machen Väter besonders rege von dem Angebot Gebrauch. Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes liegt der Väteranteil beim Elterngeld im Freistaat bei 32,3 Prozent; nur in Sachsen war die Beteiligung der Väter noch geringfügig höher. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 25,4 Prozent.

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Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will erreichen, dass sich noch mehr Väter für die Elternzeit gewinnen lassen. Es gebe „starke Verunsicherungen“ bei beiden Elternteilen, da für Väter genauso wie für Mütter die zeitliche Inanspruchnahme durch die Kinderbetreuung ein Knackpunkt sei. Darauf müsse die Politik reagieren, sagte Schröder „Handelsblatt Online“. „Der Schlüssel liegt darin, die Arbeitszeiten zu verbessern durch mehr Teilzeit, zum Beispiel eine Reduzierungsmöglichkeit auf 80 Prozent.“ Dazu gehöre auch „mehr praktische Anerkennung“ für Elternzeit.

Haderthauer sprach von einer „wichtigen Investition in die kindliche Entwicklung“. Auch eine kurze Vaterzeit im ersten Lebensjahr des Kindes wirke lange nach und lege den Grundstein für eine gute Vaterbindung. Dennoch sei anzustreben, dass Väter sich die Babyzeit partnerschaftlich mit den Müttern teilen. Dann könne das Elterngeld auch „zu einem Türöffner für die Emanzipation der Männer“ werden. „Unsere Kinder profitieren enorm von modernen Vätern, die nicht nur Verantwortung im Beruf, sondern endlich auch ein Familienleben haben, in dem sie mehr als nur Gast sind.“

dpa

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