Appell an die Bevölkerung

Erdogan zu jungen Musliminnen: „Heiratet und vermehrt Euch“

+
Recep Tayyip Erdogan winkt seinen Unterstützern. 

Recep Tayyip Erdogan, Staatspräsident der Türkei, hat Musliminnen aufgefordert, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Schon im Frühjahr hatte er einen ähnlichen Appell an seine Bevölkerung geschickt. 

Istanbul - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat an Musliminnen appelliert, zu heiraten und Kinder zu bekommen. „Was sagen mein Gott und unser Prophet? Der Befehl ist klar und deutlich. Vermählt Euch, heiratet und vermehrt Euch“, sagte Erdogan am Freitag im Präsidentenpalast in Ankara vor jungen Frauen aus 50 muslimischen Staaten. „Es ist Pflicht eines Muslims, sich zu vermehren.“ Der Staatschef betonte aber zugleich, dass muslimische Frauen nicht notwendigerweise auf die Mutterrolle beschränkt sein sollten.

„Natürlich ist die Mutterschaft das größte Geschenk Gottes an die Frauen“, sagte Erdogan. „Die Mutterschaft zu leugnen heißt, die Natur, also die Schöpfung zu leugnen. Aber die muslimische Frau ist nicht nur eine gute Mutter, sondern wenn nötig auch eine bahnbrechende Wissenschaftlerin, Politikerin, Lehrerin und sogar eine kühne Kriegerin.“

Im Frühjahr hatte Erdogan Türken in Europa dazu aufgerufen, ihren Einfluss auszuweiten und mehr Kinder zu zeugen. „Macht nicht drei, sondern fünf Kinder, denn Ihr seid die Zukunft Europas“, hatte er gesagt. Hintergrund war ein Streit vor allem mit Deutschland und den Niederlanden über Auftrittsverbote für türkische Regierungsvertreter.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Putin und Pop im Platzregen: Darum war das kuriose WM-Ende politisch so vielsagend
Putin und Pop im Platzregen: Darum war das kuriose WM-Ende politisch so vielsagend
Rockergang „Osmanen Germania“ verboten:  Herrmann feiert „empfindlichen Schlag“ 
Rockergang „Osmanen Germania“ verboten:  Herrmann feiert „empfindlichen Schlag“ 
Bamf will Flüchtling abschieben, obwohl ihm der Tod droht: Sätze im Asylbescheid machen sprachlos
Bamf will Flüchtling abschieben, obwohl ihm der Tod droht: Sätze im Asylbescheid machen sprachlos
IS-Terrorist wollte Prinz George töten lassen - lebenslange Haft
IS-Terrorist wollte Prinz George töten lassen - lebenslange Haft

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.