Erster Termin endet vorzeitig

Chinesische Polizei vertreibt Seehofer

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Seehofer umringt von Journalisten am Platz vor dem Tor des Himmlischen Friedens.

Peking - Der Chinabesuch von Horst Seehofer hat turbulenter begonnen, als geplant: Die Polizei in Peking hat ein TV-Interview des bayerischen Ministerpräsidenten verhindert.

Mit seinem Tross wollte Horst Seehofer vor dem Tor des Himmlischen Friedens – mit einem überdimensionalen Mao-Porträt im Hintergrund – einen Stopp für Fotoaufnahmen und Fernsehinterviews einlegen. Doch kaum waren die Fernsehleute in Position gegangen, schritt die chinesische Polizei ein. Mit lauten „No, no!“ und „Stop!“-Rufen forderte etwa ein halbes Dutzend herbeieilender Polizisten ein sofortiges Ende von Seehofers Auftritt. Als er und die Journalisten nicht sofort Folge leisteten, kassierten die Polizisten den Pass eines Kameramannes ein.

Einem unbeteiligten Chinesen, der die Szene mit seinem Handy gefilmt hatte, wurde das Mobiltelefon abgenommen. Vertreter der Deutschen Botschaft versuchten eilig zu vermitteln. Seehofer rief seine Delegation dann dazu auf, das Gelände zu verlassen: „Gehen wir!“ Dann lege sich die Aufregung, ohne dass es zu Festnahmen komme.

Tatsächlich gaben die Polizisten nach wenigen Minuten den Pass wieder zurück. Seehofer nahm den Zwischenfall gelassen und sagte zu den mitreisenden Journalisten im Scherz: „Da seht ihr, wie gut ihr es in München habt.“ Sein Interview fürs Fernsehen fand dann außer Sichtweite der Bevölkerung im Innenhof des nahegelegenen Kulturpalastes statt.

Zweck der Chinareise Horst Seehofers ist die Förderung der Wirtschaftsbeziehungen. China sei für die bayerische Wirtschaft der drittwichtigste Markt. Höhepunkt der Reise: ein Treffen mit Regierungschef Li.

C. Deutschländer

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