Prozess in München

Erster NSU-Mord: Zschäpe grinst

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Beate Zschäpe, hier auf einem Foto von vergangener Woche, schweigt

München - Am Dienstag sind im NSU-Prozess Details zum ersten Mord zur Sprache gekommen. Grinsend unterhält sich Beate Zschäpe mit ihrer Anwältin.

Er hatte seinen Mördern wohl direkt in die Augen geschaut, als am 9. September 2000 in Nürnberg die tödlichen Schüsse fielen. Blumenhändler Enver Simsek hatte versucht, die ersten Schüsse abzuwehren. Zwei Kugeln durchschlugen seine rechte Hand. Er hatte keine Chance.

Wie der Rechtsmediziner Prof. Stephan Seidl und der Waffenexperte Dieter Stiefel am Dienstag im NSU-Prozess ausführten, trafen den 38-Jährigen insgesamt acht Kugeln – im Stehen, im Fallen und selbst noch am Boden liegend. Seidl: „Letztlich tödlich war ein Schädelsteckschuss, der über die Oberlippe durch den Oberkiefer ins Großhirn eindrang.“

Der Vortrag der Wissenschaftler ist ein Dokument des Grauens. Es war der erste Mord, der auf das Konto der NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gehen soll – der Beginn einer Serie, der zehn Menschen zum Opfer fielen. Die Angeklagte Beate Zschäpe, die mit Böhnhardt und Mundlos in einer Wohnung zusammen lebte, findet es offenbar amüsant, vor allem, wenn es um die ersten Schüsse geht, die Simsek bei vollem Bewusstsein erlebte. Grinsend unterhält sich Zschäpe mit ihrer Anwältin.

Anwalt Stephan Lucas, der Simseks Tochter Semiya vor Gericht vertritt: „Beate Zschäpe weiß, was sie mit einem Grinsen auslöst. Sie hält es für nicht notwendig, das zu vermeiden. Dies lässt tief blicken."

Ebu

 

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