Linke Kartika Tamara Liotard

Diese EU-Politikerin will das Porno-Verbot im Netz

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Die Holländerin Kartika Tamara Liotard ( Vereinigte Europäische Linke ) will alle Medien in der EU von Pornos säubern.

Straßburg - Der Protest gegen ein Verbot aller Internet-Pornos durch die EU wird lauter. Linken-Politikerin Kartika Liotard hat einen entsprechenden Bericht verfasst, über den das EU-Parlament am Dienstag abstimmen wird. Was sie antreibt:

Die Holländerin Kartika Tamara Liotard (Vereinigte Europäische Linke ) will alle Medien in der EU von Pornos säubern. Nach ihrem Willen soll auch das Internet zur schmuddelfreien Zone werden. Nun kommt Gegenwind von einer Bürgerrechtsorganisation. Zuvor hatte der schwedische Piraten-Politiker Christian Engström den Plan auf seinem Blog bekanntgemacht und massiv verurteilt.

Er wittert darin einen verhüllten Vorstoß zur Zensur des Internets unter dem Vorwand der "Beseitigung veralteter Geschlechterstereotypen". Der EU-Bericht sieht auch vor, alle Anbieter von Online-Dienstleistungen "einzuladen", der Übereinkunft eines Porno-Verbots beizutreten und dieses umzusetzen.

Sollte das EU-Parlament kommende Woche die entsprechende Resolution verabschieden, so befürchtet Engström, könnte dies der Anfang für einen Anti-Porno-Feldzug der EU werden, der sich irgendwann auch in entsprechenden Gesetzen niederschlägt.

Am Donnerstag hat auch die Bürgerrechtsorganisation "European Digital Rights"-Initiative (EDRI) gegen ein Porno-Verbot protestiert. In einer Stellungnahme schreibt sie vor der Abstimmung zur EU-Resolution: "Die lächerlichen Bemühungen einiger Unternehmen, das Internet zu zensieren, geben bereits Anlass zu ernsthafter Sorge. Dieser Trend wird noch bedenklicher, wenn diese private Zensur politische Unterstützung erhält."

Konkret brürchtet die EDRI, dass Facebook und andere Online-Unternehmen die Kommunikation auf ihren Platformen noch rigoroser kontrollieren und zensieren müssen. Die Bürgerrechtsorganisation zählt einige bereits bekannte Facebook-Zensurmaßnahmen auf, die sich dann wohl häufen würden.

  • Facebook verbannt eine Karrikatur von Adam und Eva aus der Zeitschrift New Yorker, weil zwei der Punkte in der Karikatur Evas Nippel darstellen. Die Punkte, die Adams Brustwarzen darstellen sind aber laut der Facebook-Nutzungsbedingungen akzeptabel

Die EDRI ruft nun alle Bürger auf, bei ihren EU-Abgeordneten nachzufragen, "ob sie diese Absurdität unterstützen".

Welche Absichten verfolgt EU-Politikerin Liotard mit der geplanten Anti-Porno-Resolution? Kurz gesagt: Sie befürchtet, dass Pornographie nahezu unbemerkt das Alltagsleben und die Mainstream-Kultur vergiftet.

In dem von ihr verfassten Bericht heißt es konkret, "dass junge Frauen und Männer am meisten von dem neuen kulturellen Status der Pornographie betroffen sind". Sexuell eindeutige Darstellungen schlichen sich "als ein universell immer mehr akzeptiertes, oft idealisiertes kulturelles Element in den Alltag" der Menschen ein. Dies zeige sich "besonders ausgeprägt in der Jugendkultur [...]: von Fernsehprogrammen und Lifestyle-Magazinen für Jugendliche, über Musik-Videos bis hin zu Werbung, die sich speziell an Jugendliche richtet".

Zudem sei "in Fernsehprogrammen, Computerspielen und Musikvideoclips [...] eine immer auffälligere Tendenz festzustellen, [...]  provokativ gekleidete Frauen in sexuell eindeutigen Posen zu zeigen, wodurch diese zur Geschlechterstereotypisierung beitragen."

Auch die Musik werde zusehends porno-verseucht. Der Bericht prangert an, "dass die Texte von an Jugendliche gerichteten Liedern sexuell suggestive Inhalte haben, die oft Gewalt gegen Frauen und Mädchen propagieren."

fro

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