Grundfreibetrag und Sozialabgaben sinken

Bis zu 340 Euro Ersparnis im neuen Jahr!

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Bis zu 340 Euro im Monat kann eine Gutverdiener-Familie 2015 sparen.

München - Unverhofft kommt oft: Das neue Jahr bringt für Deutschlands Arbeitnehmer leichte steuerliche Entlastungen – und auch Teile der Sozialabgaben sinken.

Der Finanzexperte Frank Hechtner von der Freien Universität Berlin hat für eine Münchner Abonnement-Zeitung errechnet, dass ein kinderloser Single bis zu 100 Euro im Jahr sparen kann. Das sind gut 8,30 Euro im Monat – fast eine Wiesn-Maß! Ein Familie mit zwei Kindern spart mindestens 48 Euro im Jahr – das sind vier Euro im Monat. Eine vierköpfige Familie mit einem monatlichen Einkommen von 5950 Euro wird im Jahr 340 Euro sparen – 28 Euro im Monat. Ein kinderloser Alleinstehender mit 1750 Euro brutto wird dagegen um 40 Euro entlastet, verdient er 5250 Euro, liegt die Entlastung bei 85 Euro! Die tz erklärt, wie es dazu kommt.

Grundfreibetrag

Die Senkung des Grundfreibetrags ist die Grundlage des Mini-Plus bei der Steuer. Es handelt sich um den Betrag, ab dem das Finanzamt Einkommen besteuert. Laut dem Entwurf des Existenzminimumberichts muss der steuerliche Grundfreibetrag für Alleinstehende in zwei Stufen bis 2016 angehoben werden – heuer von derzeit 8354 Euro um 118 auf zunächst 8472 Euro und 2016 um weitere 180 Euro auf 8652 Euro. Dadurch würde allen Arbeitnehmern mehr Geld übrig bleiben, wer lediglich 8470 Euro im Jahr verdient, müsste sogar plötzlich gar keine Steuern mehr zahlen. Aber auch alle anderen Steuerzahler werden entlastet.

Kindergeld

Hier hatten die schwarz-roten Koalitionäre im vergangenen Jahr eine Nullrunde verordnet. Noch ist für 2015 keine Entscheidung gefallen, aber es sieht gut aus für eine minimale Erhöhung des Kindergelds. Denn laut Existenzminimumsbericht müsste der Kinderfreibetrag von derzeit 7008 Euro pro Kind 2015 um 144 Euro und 2016 um weitere 96 Euro angehoben werden. Um Familien mit geringeren Einkommen nicht zu benachteiligen, wird ein höherer Freibetrag häufig mit einer Anhebung des Kindergeldes verknüpft. Rechnerisch dürfte es um fünf Euro zusätzlich ab 2015 oder insgesamt acht Euro ab 2016 gehen. Finanzminister Wolfgang Schäuble ließ allerdings offen, ob er das Kindergeld bereits heuer oder erst 2016 erhöhen wolle.

Rentenversicherung

Hier spart jeder Arbeitnehmer – endlich! Denn eigentlich wäre die Senkung des Rentenbeitrags schon vor einem Jahr fällig gewesen, doch seinerzeit hat die GroKo das Geld lieber zur Finanzierung ihre Wahlgeschenke Rente mit 63 und Mütterrente benutzt, als die Arbeitnehmer zu entlasten. Jetzt sinkt der Beitrag von 18,9 auf 18,7 Prozent. 0,1 Prozentpunkte kommen den Arbeitgebern zu Gute, der Rest den Arbeitnehmern. Wer 2000 Euro brutto verdient, hat also jetzt jeden Monat zwei Euro mehr in der Tasche! Besonders profitieren natürlich diejenigen, die mehr verdienen – bei einem Brutto von 3000 Euro bleiben also jetzt drei Euro mehr bei dem Beitragszahler hängen.

Krankenkasse

Der Kassenbeitrag sinkt von bisher einheitlich 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent. Der Haken: Die Kassen dürfen (und die meisten müssen) von den Versicherten einen Zusatzbeitrag verlangen. Der liegt bei einem Großteil bei 0,9 Prozent, sodass sich für die meisten Versicherten nichts ändert. Einige Kassen bleiben aber unter dem alten Wert – in der Tabelle haben wir die zehn günstigsten in Bayern tätigen Kassen aufgelistet. Ein kleiner Wermutstropfen: Bereits 2016 sollen die Kassenbeiträge deutlich steigen, im Durchschnitt um über ein Prozent. Auf den Beitragserhöhungen bleiben die Versicherten dann allein sitzen – der Arbeitgeberanteil ist bei 7,3 Prozent eingefroren.

Pflegeversicherung

Sie wird schon heuer teurer. Der Beitragssatz steigt um 0,3 Prozentpunkte. Für Kinderlose liegt er künftig bei 2,6 Prozent, für die übrigen Versicherten bei 2,35 Prozent.

Beitragsbemessungsgrenze

Gutverdiener zahlen ab 2015 mehr Sozialbeiträge. Das liegt an der Erhöhung der Bemessungsgrenzen. In der Rentenversicherung (West) müssen künftig bis zu einem Monatsverdienst von 6050 Euro (zuvor: 5950 Euro) Beiträge entrichtet werden. In der Kranken- und Pflegeversicherung steigt die bundesweit einheitliche Grenze von derzeit 4050 auf 4125 Euro pro Monat (49 500 Euro im Jahr).

Rente

Immerhin, auch für unsere 20 Millionen Rentner ist eine spürbare Erhöhung ihrer Bezüge drin. Die Renten könnten laut offiziellen aktuellen Schätzungen um ein bis zwei Prozent in West- und Ostdeutschland steigen. Sicherheit über die genaue Erhöhung gibt es erst im Frühjahr.

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