Neue Vorwürfe gegen Haderthauer

Modellauto-Affäre: "Es ging nur ums Geld"

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Christine und Hubert Haderthauer beim Sommerempfang des Bayerischen Landtags im Jahr 2010 auf Schloss Schleißheim.

München - Ehemalige Geschäftspartner des Ehepaars Haderthauer erheben neue Vorwürfe gegen die Staatsministerin und ihren Mann. Einer davon: Bei den Modellautos sei es nie um Therapie, sondern nur ums Geld gegangen.

In der Modellauto-Affäre wird der Druck auf Staatsministerin Christine Haderthauer immer größer. Zwei ehemalige Geschäftspartner widersprachen gegenüber dem Politmagazin kontrovers des Bayerischen Fernsehens der Behauptung der CSU-Politikerin, dass soziale Aspekte die Grundlage des Geschäftsmodells gewesen seien. Christine Haderthauer hatte vor wenigen Tagen am Rande einer Kabinettssitzung in Nürnberg erklärt, dass „Idealismus“ die Triebfeder dafür gewesen sei, edle Oldtimer-Modelle von psychisch kranken Straftätern in den Bezirkskrankenhäusern Ansbach und Straubing produzieren zu lassen. An der Firma Sapor Modelltechnik waren sowohl sie als auch ihr Mann Hubert, Landgerichtsarzt in Ingolstadt, maßgeblich beteiligt. Christine Haderthauer, die seit Monaten in der Kritik steht, sprach im Zusammenhang mit Vorwürfen von „Verleumdung“, einer „Diffamierungskampagne“ und „Skandalhysterie“. Eine Vielzahl inzwischen aufgetauchter Dokumente deuten jedoch darauf hin, dass die Vorwürfe nicht völlig substanzlos zu sein scheinen. Gegen Hubert Haderthauer, der zu Beginn der Produktion als Arzt im BKH Ansbach beschäftigt war, laufen bereits seit längerem Ermittlungen wegen Betrugsverdachts, gegen Christine Haderthauer seit einer Woche. Der langjährige Geschäftspartner des Ehepaars, der französische Geschäftsmann Roger Ponton, hatte Strafanzeige erstattet. Gegenüber kontrovers erklärte er, dass „nie von Therapie die Rede“ gewesen sei, sondern dass es nur darum gegangen sei, wie viel mit den Modellautos zu verdienen gewesen sei. Die Modell-Oldtimer im Maßstab 1:8, die unter der Federführung eines Dreifachmörders entstanden, erzielten auf dem Sammlermarkt im Einzelfall bis zu 135.000 Dollar.

"Es ging nur da­rum, die Fahrzeuge zu verkaufen, dass Geld verdient wird"

Untermauert wurde Pontons Aussage durch Erklärungen eines weiteren Geschäftspartners, der bis Ende 1992 an der Firma beteiligt war. Er sagte gegenüber dem Bayerischen Fernsehen: „Es ging nur da­rum, die Fahrzeuge fertigzustellen und zu verkaufen, dass Geld verdient wird.“ Mögliche Therapieerfolge hätten keine Rolle gespielt.

Spiegel-online meldete gestern Abend, dass Steuerfahnder bei einer Durchsuchung der Haderthauer-Villa am 21. Mai weiteres belastendes Material gefunden hätten. So gebe es Hinweise darauf, dass das Ehepaar Haderthauer den Behörden wie auch ihrem Partner Ponton Gewinne in Höhe von 143.500 Euro verschiegen haben könnten.

Ein Sprecher der Staatskanzlei sowie der Ingolstädter Anwalt Michael Regler, der das Ehepaar vertritt, wollten aufgrund der laufenden Ermittlungen keine Stellungnahme abgeben.

hr/mdu

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