Ex-RAF-Terrorist outet Buback als NSDAP-Mitglied

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Im Prozess gegen RAF-Terroristin Verena Becker wurde der ermordete Siegfried Buback als NSDAP-Mitglied geoutet.

Stuttgart - Siegfried Buback war im Dritten Reich Mitglied der NSDAP. Ein ehemaliger RAF-Terrorist outete den ermordeten Generalbundesanwalt im Prozess gegen Verena Becker.

 Dem Südwestrundfunk (SWR) liegt die Karteikarte über die Mitgliedschaft Bubacks aus dem Bundesarchiv in Berlin vor, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Der Hinweis auf die Mitgliedschaft kam von einem ehemaligen Terroristen der “Roten Armee Fraktion“. RAF-Terroristen hatten Buback 1977 ermordet. Die Ex-Terroristin Verena Becker steht derzeit in Stuttgart vor Gericht, weil sie als Mittäterin an dem Anschlag beteiligt gewesen sein soll.

Den Hinweis auf die zuvor in der Öffentlichkeit nicht bekannte Parteimitgliedschaft Bubacks gab ein ehemaliger RAF-Terrorist. Stefan Wisniewski, der vergangene Woche im Prozess gegen Verena Becker als Zeuge vernommen wurde, hatte auf den Rücken seines Kapuzenpullis eine Aufschrift in polnischer Sprache gedruckt: “Scigajcie ten slad“ - übersetzt heißt das : “Verfolgt die Spur“ - und darunter die Nummer 8179469.

Recherchen des SWR im Bundesarchiv ergaben: Es handelt sich um die NSDAP-Mitgliedsnummer von Buback. Der Karte aus der Mitgliederkartei zufolge beantragte der damals 20-Jährige Buback am 11. April 1940 die Aufnahme in die Partei, am 1. Juli wurde dem Antrag stattgegeben.

Wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft mitteilte, war der Behörde die Mitgliedschaft Bubacks von Beginn an bekannt. Die Aktion Wisniewskis wollte der Sprecher nicht kommentieren. Bubacks Sohn Michael war am Dienstag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Da die Mitgliedsakten der NSDAP erst seit 1990 zugänglich sind, gilt es als ausgeschlossen, dass die Terroristen schon 1977 von der Mitgliedschaft wussten.

Auch Wisniewski wollte sich nach Angaben seiner Rechtsanwältin am Dienstag nicht äußern. Gegen den 57-Jährigen wird selbst wegen des Mordanschlags auf Buback ermittelt. Ehemalige RAF-Genossen hatten angegeben, er sei wahrscheinlich derjenige gewesen, der Buback vom Rücksitz eines Motorrads aus erschoss. Die Ermittlungen gegen Wisniewski blieben bislang jedoch ohne konkretes Ergebnis.

dpa

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