Kolumbiens Top-Terrorist getötet

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Der Anführer der linksgerichteten kolumbianischen Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC), Alfonso Cano, ist tot

Bogota - Der Anführer der linksgerichteten Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC), Alfonso Cano, ist bei einer Militäroperation getötet worden. Warum dieser Schlag so wichtig war:

Dem kolumbianischen Heer ist ein wichtiger Schlag gegen die FARC gelungen: Der Anführer der linksgerichteten Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens, Alfonso Cano, ist bei einem Militäreinsatz getötet worden. Der 63-Jährige wurde am Freitag in der Nähe seines Bunkers in der Provinz Cauca erschossen, wie die Sicherheitsbehörden in der Hauptstadt Bogotá mitteilten. Präsident Juan Manuel Santos sprach vom “schwersten Schlag gegen diese Organisation in ihrer gesamten Geschichte“.

“Ich habe eine Botschaft an jedes einzelne Mitglied dieser Organisation: Legt eure Waffen nieder,“ sagte Santos in einer Fernsehansprache. “Denn wenn ihr das nicht tut, werdet ihr, wie wir schon so oft gesagt und gezeigt haben, im Gefängnis oder im Grab landen.“ Erst vor gut einem Jahr war der Militärchef der FARC von den kolumbianischen Streitkräften getötet worden.

Canos Identität wurde nach Angaben der Regierung per Fingerabdruck bestätigt. Die Streitkräfte hätten eine Standardoperation in Cauca ausgeführt - zunächst mit einem Bombenangriff und dann mit Bodentruppen. In Cauca hatten FARC-Rebellen in den vergangenen Monaten vermehrt Gewalttaten verübt.

Neben Cauca wurden nach Angaben von Marinechef Admiral Roberto Garcia vier weitere Rebellen getötet. Ob Cano zum Zeitpunkt seines Todes bewaffnet war, wurde nicht mitgeteilt. Auch über die genauen Umstände der Tötung war nichts bekannt. Fünf Rebellen wurden laut Garcia festgenommen, etwa fünf weitere konnten flüchten. In Canos Bunker wurden mehrere Computer und USB-Sticks sowie eine große Menge an Bargeld in verschiedenen Währungen beschlagnahmt, wie Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón sagte.

Auf Cano, der mit bürgerlichem Namen Guillermo León Sáenz Vargas hieß, war ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (mehr als 3,6 Millionen Euro) ausgesetzt. Seit der Militärchef der Rebellen, Mono Jojoy, im September 2010 bei einem Bombenangriff getötet wurde, hatten sich die kolumbianischen Behörden auf die Jagd nach Cano konzentriert. Der 63-Jährige war ein Intellektueller aus Bogotá, der die Führung der letzten verbliebenen Rebellenbewegung Lateinamerikas nach dem Tod von FARC-Mitbegründer Manuel Marulanda 2008 übernommen hatte.

Schlag für die Moral, aber nicht das Ende der FARC

Canos Tod bedeutet laut Experten aber noch lange nicht das Ende der kommunistisch ausgerichteten Gruppe, die seit fast 50 Jahren einen Guerillakrieg gegen die kolumbianische Regierung führt. Die Bewegung, die sich vorwiegend durch Drogenhandel finanziert, besteht aus schätzungsweise 9.000 Bauern aus entlegenen Gebieten, die in Kolumbien, wo der Landbesitz in den Händen einiger weniger ist, kaum Chancen haben.

“Es muss natürlich ganz klar gesagt werden: Das ist ein Schlag für die Moral der FARC“, sagte Victor Ricardo, der zwischen 1998 und 2002 für die kolumbianische Regierung letztlich gescheiterte Friedensverhandlungen mit den Rebellen führte, der Nachrichtenagentur AP. Es solle aber bloß niemand glauben, dass Canos Tod das Ende der FARC sei. Die Bewegung habe eine disziplinierte militärische Hierarchie, Nachfolger warteten schon. Ricardo sagte, der nächste FARC-Anführer könnte Iván Márquez oder Timochenko vom FARC-Sekretariat sein.

dapd

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