Flüchtlingskrise

Mussten Medien positiv berichten? WDR-Journalistin rudert zurück

Aachen - Mussten sich Journalisten in ihrer Berichterstattungen nach den Vorgaben der Regierung richten? Das zumindest klang bei einem Interview mit einer WDR-Mitarbeiterin durch. Doch nun gibt es eine Wende.

Mit dieser Aussage hat eine WDR-Mitarbeitern unlängst für Wirbel gesorgt: "Wir sind öffentlich-rechtlicher Rundfunk und darum angehalten, das Problem in einer mehr positiven Art anzugehen", soll sie im Gespräch mit dem niederländischen Radiosender L1 gesagt haben. Sie meinte damit offenbar die Berichterstattung rund um die Flüchtlingspolitik. "Das beginnt mit der Willkommenskultur von Merkel bis zu dem Augenblick, als die Stimmung kippte und es mehr kritische Stimmen im Rundfunk und auch von der Politik gab." 

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Diese Äußerung sorgte beim WDR in Köln für Unmut - und ein schnelles Dementi der stellvertretenden Pressesprecherin Ingrid Schmidt. Die sagte laut tagesspiegel.de: "Das entspricht in keinster Weise der Haltung des Unternehmens."

"Habe an dieser Stelle Unsinn geredet"

Und auch die WDR-Mitarbeiterin ruderte zurück. Nur wenige Stunden, nachdem ihre Worte auch in Deutschland bekannt geworden waren, sagte sie am Montagnachmittag: "Ich habe an dieser Stelle Unsinn geredet." Die Schuld schiebt sie auf ihre Nervosität: "Unter dem Druck der Live-Situation in der Talkrunde habe ich totalen Quatsch verzapft." Ihr sei das alles sehr peinlich. Deswegen stellte sie klar: "Ich bin niemals als freie Journalistin aufgefordert worden, tendenziös zu berichten oder einen Bericht in eine bestimmte Richtung zuzuspitzen."

Und auch der Sender sah sich gezwungen, sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Laut tagesspiegel.de ergänzte er: "Unser breit aufgestelltes Programm zeigt besonders in diesen Tagen, wie umfangreich, unabhängig, kritisch und differenziert wir über die Flüchtlingsproblematik berichten."

mm

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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