Über 100.000 Demonstranten

Franzosen laufen Sturm gegen Homo-Ehe

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Junge Franzosen protestieren in Paris gegen die Homo-Ehe.

Paris - Mehr als 100.000 Menschen haben landesweit in Frankreich gegen die Homo-Ehe protestiert. In Toulouse und Lyon musste die Polizei eingreifen. Der Protest gegen den Gesetzesentwurf der Sozialisten geht weiter.

Die Franzosen laufen Sturm gegen die homosexuelle Ehe: In mehreren Städten haben am Samstag Tausende von Menschen gegen die geplante Homo-Ehe und das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare demonstriert. Die Organisatoren sprachen von 200 000 Menschen, die in Paris, Lyon, Toulouse, Marseille und Nantes auf die Straße gegangen waren, die Polizei von 70 000.

Für den Sonntag hatte die katholische Organisation Civitas zu einer weiteren Demonstration in Paris aufgerufen. Der Protest soll am 13. Januar landesweit fortgesetzt werden. Über den Gesetzesentwurf will die Nationalversammlung Anfang nächsten Jahres in der Nationalversammlung debattieren.

Allein in Paris 70.000 Protestierende

Allein in Paris gingen nach Angaben der Veranstalter 70 000 Menschen auf die Straße. Mit Bannern wie „Ja zur Familie!“ und „Ein Papa, eine Mama, ganz einfach!“ zogen sie vom Place Denfert-Rochereau bis zu Les Invalides. Die Kundgebung sei weder politisch noch religiös motiviert, betonten die Veranstalter.

In Toulouse setzte die Polizei Tränengas ein, um die Befürworter und Gegner voneinander zu trennen. Auch in Lyon kam es zu kleineren Zwischenfällen. In Nantes, Rennes und Marseille zählten die Organisatoren ebenfalls mehrere tausend Menschen, die gegen die Homo-Ehe und das Adoptionsrecht demonstrierten.

Die Regierung in Paris hatte Anfang November einen Gesetzentwurf zur Homo-Ehe eingebracht, der erstmals auch ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare vorsieht. Seit 1999 können homosexuelle Paare in Frankreich eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Bislang war eine Adoptionen für sie jedoch nicht möglich. Seit Wochen laufen die konservative Opposition und die katholische Kirche Sturm gegen den Entwurf, der nach Angaben von Premierminister Jean-Marc Ayrault in der ersten Jahreshälfte 2013 rechtskräftig werden soll.

dpa

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