Amtseinführung im Élyséepalast

Macron ist neuer französischer Präsident

Eine Woche nach seinem Wahlsieg übernimmt Frankreichs neuer Präsident Macron die Macht im Élyséepalast. Foto: Michel Euler
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Eine Woche nach seinem Wahlsieg übernimmt Frankreichs neuer Präsident Macron die Macht im Élyséepalast. Foto: Michel Euler
Der neue französische Präsident Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte posieren für Fotografen. Foto: Thibault Camus
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Der neue französische Präsident Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte posieren für Fotografen. Foto: Thibault Camus
Macron hatte im Wahlkampf eine klar pro-europäische Linie gegen die EU-Gegnerin Le Pen vertreten. Foto: Patrick Kovarik
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Macron hatte im Wahlkampf eine klar pro-europäische Linie gegen die EU-Gegnerin Le Pen vertreten. Foto: Patrick Kovarik
Der ehemalige französische Präsident Francois Hollande wird vom neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron vor dem Elyseepalast verabschiedet. Foto: Patrick Kovarik
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Der ehemalige französische Präsident Francois Hollande wird vom neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron vor dem Elyseepalast verabschiedet. Foto: Patrick Kovarik
Als neuer französischer Präsident, ist Macron auch Oberbefehlsführer über die französische Armee und die Atombomben des Landes. Hier fährt Macron über die Prachtstraße Champs-Élysées zum Grab des Unbekannten Soldaten. Foto: Alain Jocard
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Als neuer französischer Präsident, ist Macron auch Oberbefehlsführer über die französische Armee und die Atombomben des Landes. Hier fährt Macron über die Prachtstraße Champs-Élysées zum Grab des Unbekannten Soldaten. Foto: Alain Jocard
Der sozialistische Amtsinhaber Hollande, der wegen miserabler Umfragewerte nicht wieder angetreten war, empfängt seinen Nachfolger. Foto: Patrick Kovarik
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Der sozialistische Amtsinhaber Hollande, der wegen miserabler Umfragewerte nicht wieder angetreten war, empfängt seinen Nachfolger. Foto: Patrick Kovarik
Macron will Frankreichs Wirtschaft mit Reformen wieder in Schwung bringen. Foto: Yoan Valat
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Macron will Frankreichs Wirtschaft mit Reformen wieder in Schwung bringen. Foto: Yoan Valat
Der künftige französische Präsident Emmanuel Macron: Erstmals seit Jahrzehnten kommt der Staatschef nicht von den Sozialisten oder den Konservativen. Foto: Thibault Camus
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Der künftige französische Präsident Emmanuel Macron: Erstmals seit Jahrzehnten kommt der Staatschef nicht von den Sozialisten oder den Konservativen. Foto: Thibault Camus

Historischer Tag in Frankreich: Als jüngster Präsident aller Zeiten zieht Emmanuel Macron in den Élysée. Schon diesen Montag reist der 39-Jährige zum Antrittsbesuch nach Berlin. Doch seine europapolitischen Forderungen stoßen in Deutschland auf ein geteiltes Echo.

Paris (dpa) - Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron hat bei seinem Amtsantritt Reformen der Europäischen Union gefordert. "Wir brauchen ein effizienteres, demokratischeres, politischeres Europa", sagte er. "Daran werde ich arbeiten."

Macron löste mit einer feierlichen Zeremonie im Élyséepalast seinen Vorgänger François Hollande ab. Der sozialliberale 39-Jährige ist der jüngste französische Präsident aller Zeiten. Am Montag will Macron seinen Premierminister ernennen und zum Antrittsbesuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Berlin reisen.

In Deutschland sind die europapolitischen Forderungen Macrons in Teilen der Politik umstritten. Er will die Währungsunion weiterentwickeln und einen eigenen Haushalt sowie einen Finanzminister für die Eurozone installieren. Frankreich ist Deutschlands engster EU-Partner. Macron hatte im Wahlkampf eine klar pro-europäische Linie vertreten und damit die Rechtspopulistin und EU-Gegnerin Marine Le Pen deutlich geschlagen.

Macrons Amtsantritt gilt als historisch, weil er unabhängig von den beiden traditionellen Regierungsparteien der Konservativen und Sozialisten angetreten war. Mit seinem Erfolg hat er Frankreichs Parteiensystem erschüttert, seine eigene Bewegung positioniert er "weder rechts noch links".

Der Tradition gemäß empfing der bisherige Staatschef Hollande seinen Nachfolger am Sonntag zu einem vertraulichen Gespräch im Élyséepalast, bevor er die Pariser Machtzentrale verließ. Der Sozialist war wegen schlechter Umfragewerte nicht wieder angetreten. Anschließend wurde Macron offiziell ins Amt eingeführt. Damit übernahm er auch das Oberkommando über die französische Armee und die Atombomben des Landes. Die Streitkräfte begrüßten den neuen Staatschef mit militärischen Ehren und 21 Kanonenschüssen.

Anschließend fuhr Macron in einem offenen Militärfahrzeug über die Prachtstraße Champs-Élysées zum Grab des Unbekannten Soldaten. Macrons Vorgänger François Hollande hatte für das Ritual bei seiner Amtseinführung vor fünf Jahren noch ein Zivilfahrzeug gewählt. Rund 1500 Polizisten sicherten die Zeremonie.

Frankreich leidet seit Jahren unter einer hohen Arbeitslosigkeit und war in den vergangenen Jahren das Ziel mehrerer schwerer Terroranschläge. Macron strebt Wirtschaftsreformen an und sagte, er wolle den Franzosen ihr Vertrauen zu sich selbst wiedergeben. Die Welt und Europa bräuchten ein starkes Frankreich.

Die Benennung des neuen Regierungschefs gilt als richtungsweisend für den Wahlkampf vor den Parlamentswahlen im Juni. Bekäme Macron mit seiner Partei "En Marche!" (In Bewegung) keine Mehrheit in der Nationalversammlung, würde das seinen Handlungsspielraum stark einschränken. Bislang hat Macron kaum etwas über die Personalie durchsickern lassen. Französische Medien handeln den konservative Bürgermeister der Hafenmetropole Le Havre, Édouard Philippe (46), als heißen Kandidaten, aber auch andere Namen wurden genannt.

In Deutschland nahm vor Macrons Antrittsbesuch die Debatte über Reformen der Eurozone und eine gemeinsame Investitionsoffensive Fahrt auf. Außenminister Sigmar Gabriel schlägt laut "Spiegel" vor, für zusätzliche Investitionen einen Teil der Rücklagen für die Altlasten der deutschen Atomenergie einzusetzen. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich für gemeinsame Investitionen offen gezeigt.

Bayerns Finanzminister Markus Söder erteilte Macrons Forderungen zur Reform der europäischen Finanzpolitik eine Absage. "Es geht mehr um eine französische Agenda 2010 als um Finanzhilfen", sagte der CSU-Politiker der "Welt am Sonntag". Auch Eurobonds, also gemeinsame Anleihen, lehnte er strikt ab: "Die europäische Idee ist etwas anderes als eine Transferunion." Macrons europapolitische Beraterin Sylvie Goulard zeigte sich verwundert. Der Präsident habe sich zu keinem Zeitpunkt des Wahlkampfs für Eurobonds ausgesprochen, sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Selbstvorstellung Macron, Frz.

Liste aller französischen Präsidenten, Frz.

Geschichte des Élyséepalastes, Frz.

Artikel "Le Monde" zur Amtsübergabe, Frz.

Großes Staats-Kino für Frankreichs neuen Präsidenten

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