Impfstoff und Schuldenerlass

Während Beratung über Corona-Krise: Trump verlässt G20-Gipfel frühzeitig um zu golfen - Heftige Kritik von US-Bürgern

Trump in einem Golfwagen, mit Begleitern
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USA, Sterling: Während die G20-Länderchefs via Video tagen, geht Trump golfen.

G20-Gipfel während Corona-Krise: Gerechte Verteilung der Impfstoffe und Schuldenerlass für ärmere Länder sind Top-Themen. Donald Trump geht unterdessen golfen.

Update vom 21.11.2020, 19.26 Uhr: Während die Länderchefs der G20 einen globalen Umgang mit der Corona-Pandemie diskutieren, geht Trump golfen. Trump - als Präsident eines der nach wie vor am stärksten betroffenen Länder, das auch in der vergangenen Woche wieder Rekordzahlen zu vermelden hatte.

„Den G20-Gipfel zu verpassen und stattdessen golfen zu gehen, macht ihn absolut nutzlos für uns. Es sieht so aus, als hätte er nie für uns gekämpft“, ist einer der harmloseren Twitter-Kommentare zu Trumps Golfrunde. In den sozialen Netzwerken zeigen sich viele US-Bürger entsetzt darüber und fordern, dass der US-Präsident stattdessen an der Übergabe an seinen Nachfolger Biden arbeitet. „Vielleicht wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, die Schlösser im Weißen Haus auszutauschen“, schreibt ein User.

G20-Gipfel zur Corona-Pandemie: Merkel will WHO stärken - Trump geht golfen

Update vom 21.11.2020, 18.50 Uhr: Eine derartige globale Herausforderung könne „nur mit einer globalen Kraftanstrengung überwunden werden“, sagte Angela Merkel in einem vor der Konferenz veröffentlichten Video. In ihrer Ansprache beim G20-Gipfel forderte sie die Länder auf, die internationale Impfstoff-Initiative Covax und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu stärken.

Donald Trump - bekanntlich gegenteiliger Meinung in Bezug auf die WHO - verließ die Videokonferenz bereits nach knapp 20 Stunden. Und ging stattdessen golfen.

G20-Gipfel unter saudi-arabischer Gastgeberschaft: Corona und Impfung sollen zentrale Themen werden

Erstmeldung vom 21.11.2020, 16.57 Uhr: Riad (Saudi-Arabien) - Unter der Leitung Saudi-Arabiens beginnt am Samstag der G20-Gipfel der führenden Wirtschaftsmächte. Die Bewältigung der Corona-Pandemie ist das zentrale Thema. Bundeskanzlerin Angela Merkel*, der chinesische Staatschefs Xi Jinping, Russlands Präsident Wladimir Putin und - wohl zum letzten Mal - voraussichtlich ein auch US-Präsident Donald Trump* teilnehmen. Es soll um die gerechte Verteilung von Impfstoffen* sowie einen Schuldenerlass für ärmere Länder gehen.

G20-Gipfel: Staatschefs betonen Wichtigkeit der Zusammenarbeit während der Corona-Pandemie

„Die Pandemie hat uns auch wieder einmal daran erinnert, dass wir Mitglieder der großartigen Familie der Menschheit sind, ungeachtet von Religion, Sprache, Herkunft und Rasse“, hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vorab gesagt und betont, dass Corona die Bedeutung und die Verantwortung der G20 vergrößert habe. Der saudische König Salman erklärte über Twitter, die G20 hätten unter Vorsitz seines Landes ihre Fähigkeit bewiesen, die Anstrengungen zu bündeln, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf der Welt abzumildern.

G20-Gipfel in Riad: China will zusammenarbeiten - Donald Trump fällt mit Desinteresse auf

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping will die Kooperation Chinas mit anderen Ländern bei der Forschung, Entwicklung, Produktion und Verteilung von Impfstoffen gegen das Coronavirus* verstärken. China wolle Entwicklungsländer unterstützen, indem Impfstoffe als „öffentliches Gut“ zugänglich und erschwinglich werden, sagte der per Videokonferenz zugeschaltete Jinping.

In seiner Rede verwies er auch darauf, dass die Rolle der WHO weiter gestärkt werden müsse. Multilateralismus, Offenheit und Kooperation zum gegenseitigen Nutzen müssten aufrechterhalten werden, so der chinesische Staatschef. Dies darf wohl auch als Absage an die „America-First“-Politik von Donald Trump gewertet werden. Der noch amtierende US-Präsident hatte während der Videokonferenz bisher noch besseres zu tun. Er twitterte erneut über seinen Verdacht des Wahlbetrugs in Georgia. (dpa/kat) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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