So hart trifft es uns

G7-Gipfel: Staus, verspätete Züge, Grenzkontrollen

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München - Bayern wird zum Hochsicherheitstrakt! Zwei Wochen vor dem G7-Gipfel (am 7. und 8. Juni) im schönen Elmau wird nun seit gestern an den deutschen Grenzen wieder kontrolliert – wie einst vor dem Schengen-Abkommen.

Sogar Container für die Grenzbeamten wurden an Übergängen wie in Scharnitz aufgestellt. „Wir beginnen heute unsere Maßnahmen, um den Bereich rund um Elmau perfekt abzusichern“, sagte gestern Hubert Steiger, Chef der Bundespolizeidirektion München. Stellt sich die Frage: Diese „Maßnahmen“ – wie betreffen sie uns alle? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Mega-Gipfel:

Wie viele Polizisten sind im Einsatz?Allein die Bundespolizei stellt 2500 Beamte in Bayern. Dazu kommen nochmal 1000 Einsatzkräfte, die am Flughafen eingesetzt werden, um nach gewaltbereiten Demonstranten Ausschau zu halten.

Wo wird an den Grenzen am meisten kontrolliert?Besonders beträfen die „punktuellen, Lage-angepassten Kontrollen“ (so die Originalbezeichnung) die Südgrenze Deutschlands zwischen Freilassing und Lindau, so Hubert Steiger. Spezielles Augenmerk haben die Behörden auf gewaltbereite Demonstranten aus Italien. Daher werden insbesondere die Grenzübergänge nach Österreich im Auge behalten. Heißt: Wer hier als Urlauber durch muss, sollte sich auf Wartezeiten gefasst machen. Dazu kommt: Einige Straßen werden zur Zeit des Gipfels voll gesperrt, auf den Ausweichstrecken wird es zu immensen Staus kommen.

Stimmt es, dass man sogar beim Wandern kontrolliert werden kann? Ja, denn die Bundespolizei hat sogar Einsatzkräfte auf der Meilerhütte. Der Grund: So soll verhindert werden, dass gewaltbereiche G7-Gegner beispielsweise über den Wettersteinkamm nach Elmau kraxeln. Wer dort oben unterwegs ist, wird wahrscheinlich durchgecheckt. Also immer Papiere mitnehmen! Auf vielen Wanderwegen sind übrigens berittene Polizisten im Einsatz.

Was ist mit dem Zugverkehr?  Auch hier wird besonders nach Garmisch jeder Fahrgast unter die Lupe genommen. Manche Züge in die Region fallen ganz aus (Erkundigen Sie sich hier im Detail auf bahn.de). Aber auch alle Züge nach München werden stichprobenartig kontrolliert. Heißt: Beamte gehen durch die Abteile, halten Ausschau nach verdächtigen Personen. Verspätungen sind vorprogrammiert.

Gibt es ein Flugverbot über Elmau?Teilweise ja. Der Himmel über der Sperrzone wird an den Tagen des Gipfels zum „Flugbeschränkungsgebiet“. Bedeutet, dass keiner rein darf, der dort nichts verloren hat. Allein die Bundespolizei hat ja in dem Gebiet 30 Helis im Einsatz, dazu kommen noch die der Landespolizei und des Militärs. Keine Frage: Es wird richtig laut in der Luft.

Das Protest-Camp ist abgelehnt

Erste Schlappe für die G7-Gegner! Garmisch-Partenkirchen hat das Protestcamp auf einer Wiese am Ortsrand abgelehnt. Als Grund nannten die Behörden gestern vor allem die Hochwassergefahr.

Angesichts der Wetterlage könne es dort zu Überschwemmungen von bis zu einem halben Meter kommen. Das gefährde die übernachtenden Teilnehmer, eine Erreichbarkeit sei für Rettungskräfte bei Hochwasser fast unmöglich. Zudem könnte es „zu erheblichen Schädigungen von Eigentum und Besitz“ kommen. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, sondern mussten vielmehr die Ansprüche der Antragsteller mit den Belangen der Sicherheit und Ordnung abwägen“, sagte Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (SPD). „Unabhängig davon bleibe ich aber bei meiner Auffassung, dass es für die verfassungsrechtliche geschützte Demonstrationsfreiheit eben keiner Camps bedarf.“

Dennoch ist das letzte Wort voraussichtlich nicht gesprochen. Die Gegner von „Stop G7 Elmau“ hatten angekündigt, dass sie bei einer Ablehnung Rechtsmittel prüfen werden.

G7-Gipfel: Themenseite, News-Blog und die wichtigsten Fakten

Alle Infos zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau finden Sie auf unserer G7 Themenseite. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir bereits zusammengefasst. In unserem News-Blog zum G7-Gipfel erfahren Sie die aktuellsten Nachrichten rund um das Großereignis auf Schloss Elmau.

Armin Geier

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