G8-Abi: Grüne setzen Spaenle unter Druck

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Die Landtags-Grünen setzen Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) unter Druck, weil er das Abitur im ersten G8-Jahrgang in letzter Minute erleichtert hat.

München - Die Landtags-Grünen setzen Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) unter Druck, weil er das Abitur im ersten G8-Jahrgang in letzter Minute erleichtert hat.

Deswegen wollen die Grünen Spaenle an diesem Donnerstag im Landtag bei einer Ministerbefragung ins Kreuzverhör nehmen. Die Staatsregierung versuche verzweifelt zu kaschieren, dass sie mit der Umsetzung des nur noch achtjährigen Gymnasiums (G8) politisch gescheitert sei, kritisierte der schulpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Thomas Gehring, am Dienstag in München. “Wir erwarten uns Antworten von der Staatsregierung, warum bei den Prüfungsstandards nachgesteuert werden musste und wie viele Abiturientinnen und Abiturienten das Abitur nach der alten Regelung nicht bestanden hätten.“

Spaenle reagierte verärgert: “Die Kritiker verstehen in ihrer eindimensionalen Wahrnehmung die Rolle des schülerzentrierten Monitoring bei der Einführung des achtjährigen Gymnasiums bruchstückhaft“, ließ er die Pressestelle seines Ministeriums erwidern. Spaenle hatte entschieden, dass die Abiturienten nur noch in einem der drei Grundlagenfächer - Deutsch, Mathematik, eine Fremdsprache - mindestens fünf Punkte erreichen müssen, im zweiten Grundlagenfach reichen vier Punkte.

Im alten Notensystem entspricht das einer 4 beziehungsweise einer 4 minus. Ursprünglich war die Anforderung an den ersten G8-Jahrgang etwas strenger: Demnach hätten die Schüler in mindestens zwei der drei Grundlagenfächer wenigstens fünf Punkte - also eine glatte 4 - erreichen müssen. Die Erleichterung bedeutet, dass einige vom Durchfallen bedrohte Abiturienten jetzt doch nicht durchfallen werden. Die Grünen wollen selbst keine härteren Anforderungen, wie Gehring betonte. “Aber die Ungereimtheiten bei den ersten G8-Abiturprüfungen müssen aufgearbeitet werden.“ Spaenle betonte, dass er nicht die Notengebung verändert habe - und dass die neue Regelung in Einklang mit den Anforderungen der Kultusministerkonferenz (KMK) stehe.

dpa

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