Gabriel nimmt Rating-Agenturen in Schutz

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Der SPD-Chef Sigmar Gabriel nimmt die Rating-Agenturen in Schutz

Berlin - Angesichts der Abwertung des Euro-Rettungsschirms EFSF sowie einiger Euro-Länder hat SPD-Chef Sigmar Gabriel die Rating-Agenturen gegen Kritik in Schutz genommen.

„Ich glaube nicht an die Verschwörungstheorie, dass die bösen USA Europa ruinieren wollen“, sagte Gabriel am Dienstag „Spiegel online“.

Die Tatsache, dass die US-dominierten Rating-Agenturen auch Schaden anrichteten, müsse nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Bewertung der europäischen Situation durch Standard & Poor's (S&P) falsch sei. Die Ratingagentur hatte die Herabstufung auch mit den wirtschaftlichen Ungleichgewichten unter den Euro-Ländern begründet.

"Nur Überbringer schlechter Nachrichten"

Gabriel gab Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Mitschuld an der Abwertung der Bonität: „Auch meine große Sorge ist, dass Merkels Spardiktat die Wettbewerbsfähigkeit vieler Länder einschränkt und die Krise so noch zusätzlich verschärft.“

S&P befürchte, dass klamme Länder an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und tiefer in die Krise rutschen, wenn man den Problemen nur mit Haushaltskürzungen begegne. „Ausgabenkürzungen aber sind Merkels oberste Maxime“, sagte Gabriel. „Die Rating-Agenturen sind doch in diesem Fall nur die Überbringer der schlechten Botschaft und nicht der Verursacher.“

dpa

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