Gabriel: Wulff-Affäre „Turbolader für Politikverdrossenheit“

+
SPD-Chef Sigmar Gabriel wirft Bundespräsident Wulff vor, die Politikverdossenheit anzuheizen.

Bremen - SPD-Chef Sigmar Gabriel hat die Affäre um Bundespräsident Christian Wulff als „Turbolader für Politikverdrossenheit“ bezeichnet. Gabriel wirft Wulff nicht nur vor, ein "schlimmer Finger" zu sein.

Beim Neujahrsempfang der Bremer SPD sagte Gabriel am Freitagabend, eine der großen Herausforderungen für dieses Jahr werde es sein, Politik wieder vertrauenswürdig zu machen.

Das Problem mit Wulff sei nicht, dass die Bürger ihn für einen „schlimmen Finger“ hielten, sondern dass die Politikverdrossenheit durch sein Verhalten wachse. Dumm sei auch die Reaktion von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf, der dies alles egal sei, sagte Gabriel.

Das Zeitalter des Marktradikalismus gehe in Europa zu Ende. Die Gesellschaft brauche jetzt ein faires Miteinander. „Es wird Zeit, den Kapitalismus zum zweiten Mal zu bändigen“, erklärte der Parteichef. Europa hat nach seiner Ansicht nur eine Zukunft, wenn es mehr ist als eine gemeinsame Währung und ein gemeinsamer Markt. „Europa muss auch eine soziale Heimat sein“, forderte Gabriel. Diese Zeitenwende bedeute gute Zeiten für Sozialdemokraten und Gewerkschaften.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Darum musste das Ordnungsamt bei Laschets Wahlparty einschreiten
Darum musste das Ordnungsamt bei Laschets Wahlparty einschreiten
Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern: CDU will weiter mit SPD regieren
Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern: CDU will weiter mit SPD regieren
In Frankreich bahnt sich eine Art "Groko" an
In Frankreich bahnt sich eine Art "Groko" an
Wahl 2017 in den Niederlanden im Ticker: Ministerpräsident Rutte hängt Wilders ab
Wahl 2017 in den Niederlanden im Ticker: Ministerpräsident Rutte hängt Wilders ab

Kommentare