Sie plant Comeback

Gabriele Pauli will zurück zu den Freien Wählern

+
Gabriele Pauli will zurück zu den Freien Wählern.

München – Reumütige Rebellin: Gabriele Pauli hofft auf Wiederaufnahme bei den Freien Wählern. In E-Mails bat die 54-Jährige um eine Rückkehr - doch die Partei wollte sie nicht.

In E-Mails an alle Abgeordneten der Fraktion bat die 54-jährige Gabriele Pauli um eine Rückkehr, pries sich als „begabte Wahlkämpferin“ – und scheiterte. Nach Informationen des Münchner Merkur lehnte die Fraktion mit 3:14 (bei zwei Enthaltungen) ab. "Es war eine klare Sache", berichten Teilnehmer.

Pauli war 2006 bundesweit als „CSU-Rebellin“ bekannt geworden. Die ehemalige Fürther Landrätin inszenierte sich rund um den Stoiber-Sturz, posierte in gewagten Fotos für Illustrierte und ließ sich auch unter dem Weihnachtsbaum ablichten. 2008 kandidierte sie für die Freien Wähler, wurde auch dank ihrer Bekanntheit in den Landtag gewählt. Sie überwarf sich aber bald mit der Fraktion im Streit um eigene bundespolitische Ambitionen. Sie gründete die „Freie Union“, schied auch dort im Krach aus. Im Parlament ist die Abgeordnete fraktionslos, sitzt in der letzten Reihe und ist in keinem Ausschuss ordentliches Mitglied. Seit einer bizarren Haushaltsrede im Plenum über die „Abwesenheit eines göttlichen Gedankens“ schütteln viele Kollegen über Pauli nur noch den Kopf.

Ihre Wiederwahl 2013 gilt ohne eigene Partei im Rücken als ausgeschlossen. Eine vorsichtige Annäherung an die FDP scheiterte vor einigen Monaten. Bei den Freien Wählern werden finanzielle Motive für die Rückkehr-Bitte vermutet. Etliche Abgeordnete sind verärgert. „Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen“, sagt Fraktionsgeschäftsführer Florian Streibl. „Wir kennen Pauli. Eine große Hilfe war sie im Parlament nicht.“ Pauli will sich nun um eine bundespolitische Kandidatur bemühen – auch hier winken die Freien jedoch ab. Partei- und Fraktionschef Hubert Aiwanger stellt sich strikt gegen einen Listenplatz. Möglicherweise beschließt dies auch die Bundesdelegiertenversammlung Mitte Juni. Aiwanger will auf andere Zugpferde setzen. Er präsentiert in einigen Tagen in München als neues Mitglied der Freien Wähler den Adenauer-Enkel Stephan Werhahn. Er soll sich der Euro- und Wirtschaftspolitik widmen.

cd/mik

Auch interessant

Meistgelesen

23 Tote in Manchester: Das sind die ersten Reaktionen
23 Tote in Manchester: Das sind die ersten Reaktionen
AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge in Deutschland
AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge in Deutschland
Impeachment-Verfahren: Steht die Amtsenthebung Trumps bevor?
Impeachment-Verfahren: Steht die Amtsenthebung Trumps bevor?
SPD-Parteizentrale evakuiert - Polizei gibt Entwarnung
SPD-Parteizentrale evakuiert - Polizei gibt Entwarnung

Kommentare