Gaddafis Ministerpräsident läuft zu Rebellen über

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Gaddafis Ministerpräsident Al-Baghdadi al-Mahmudi läuft zu Rebellen über.

Tripolis/Paris - In Paris haben Beratungen über die Zukunft Libyens begonnen. Doch Gaddafi kündigte in einer Audiobotschaft einen erbitterten Kampf an. Unterdessen schloss sich sein Ministerpräsident al-Mahmudi den Rebellen an.

Die Rebellen meldeten die Festnahme von Gaddafis Außenminister, ohne dessen Namen und andere Details bekanntzugeben. Die Signale am 42. Jahrestag des Putsches Gaddafis waren widersprüchlich: Die Rebellen rückten auf die drei Gaddafi-Hochburgen Sirte - der Heimatstadt des Machthabers - Bani Walid und Sabha vor. Zugleich verlängerten die Rebellen das Ultimatum für eine Übergabe der Städte von Samstag um eine Woche, teilte ihr Sprecher Abdel-Hafis Ghoga mit.

Gaddafi: “Wir werden weiter kämpfen“

Gaddafi erklärte in einer vom syrischen Fernsehsender Al-Rai gesendeten Audiobotschaft, ihm ergebene Stämme seien bewaffnet und würden sich nicht ergeben. “Wir werden nicht aufgeben“, zitierte der Sender Gaddafi. “Wir sind keine Frauen, wir werden weiter kämpfen.“ Er rief zur Fortsetzung des Widerstands an und erklärte: “Die Schlacht wird lang sein und Libyen brennen lassen.“

Zu Beginn der Libyen-Konferenz erkannte Russland den Übergangsrat der Rebellen als legitime Führung des Landes an. Die Anerkennung Moskaus, das den NATO-Luftwaffeneinsatz in Libyen sehr kritisch gesehen hatte, ist ein großer diplomatischer Erfolg für den Übergangsrat. So auch die Teilnahme Chinas, das ebenfalls im Sicherheitsrat gegen den NATO-Einsatz stimmte: In buchstäblich letzter Minute entsandte Peking eine Delegation nach Paris. China hat, ebenso wie Algerien und Südafrika, den Übergangsrat noch nicht als legitime libysche Führung anerkannt.

In Paris geht es um kurzfristige Kredite etwa von Internationalem Währungsfonds und Weltbank. Allerdings gehen die meisten Teilnehmer davon aus, dass Libyen den Wiederaufbau als reiches Ölförderland selbst finanzieren kann; dringendstes Thema in Paris war die Freigabe der per UN-Sanktionen eingefrorenen libyschen Auslandsguthaben. Frankreich schätzt diese auf 50 Milliarden, Großbritannien sogar auf 110 Milliarden Dollar.

Aus Diplomatenkreisen verlautete, dass die Gastgeber der Konferenz, der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister David Cameron sich für die Freigabe einsetzen. Auch US-Außenminister Hillary Clinton äußerte sich in dieser Richtung. Sarkozy sagte, die internationale Gemeinschaft sei zu dieser Freigabe entschlossen.

Merkel stellt umfassende Hilfe in Aussicht

Deutschland stellte Libyen umfassende Hilfen beim Wiederaufbau in Aussicht. Primär gehe es um humanitäre Hilfen, machten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) kurz vor der internationalen Libyen-Konferenz deutlich. Die Finanzierung der Hilfe ist aus Sicht der Bundesregierung gesichert. Das Land habe wegen seines Ölreichtums kein Geldproblem, sagte Merkel.

Die Europäische Union hob ihre Sanktionen gegen libysche Häfen, Banken und Energieunternehmen auf. EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton sagte, es gehe darum, Libyen einen Anschub zum Neustart seiner Wirtschaft zu geben.

Al-Baghdadi al-Mahmudi sagte im Fernsehsender Al Arabija, er sei in Kontakt mit der Führung der Rebellen. “Wir haben ihnen mitgeteilt, dass wir mit dem Volk und bereit sind, unserem Land in der Zukunft zu dienen.“

dapd

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