Gauck greift Linke an: "Kinder roter Bourgeoisie"

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Joachim Gauck hat die Linke attackiert

Saarbrücken - Der rot-grüne Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck hat seine Haltung zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr konkretisiert und die Linkspartei in diesem Zusammenhang scharf angegriffen.

 “Um es klar zu sagen, ich finde den Einsatz nicht gut, aber erträglich und gerechtfertigt“, sagte Gauck der “Saarbrücker Zeitung“ (Montag).

Mehrere Vertreter der Linkspartei hatten zuvor erklärt, Gauck sei auch deshalb nicht wählbar für ihre Partei, weil er den Krieg in Afghanistan unterstütze.

Joachim Gauck: Der Kandidat im Porträt

Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten. © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Gaucks Gegenkandidaten sind Christian Wulff (CDU, l.), der Kandidat der schwarz-gelben Regierung und Luc Jochimsen für die Linkspartei. © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Joachim Gauck mischt sich gern ein. Und er ist “wortmächtig“, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel dem früheren DDR- Bürgerrechtler bescheinigt. © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Als Gauck im Januar 70 Jahre alt wurde, kam die Kanzlerin selbst (hier mit ihrem Mann Joachim Sauer, l.) und und würdigte Gauck als “Versöhner, Einheitsstifter und Mahner“. © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Schon als Pfarrer in Rostock (Foto) habe er dazu beigetragen, dass aus dem Widerstand gegen die DDR-Diktatur eine Massenbewegung wurde, sagte Merkel. © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Noch heute erinnern Gaucks tragende Stimme, die ausgewogenen Sätze und die ruhige Art an den früheren Kirchenmann. © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Nach der Wiedervereinigung wurde Gauck erster Chef der Stasi- Unterlagen-Behörde, die er bis zum Jahr 2000 leitete. Die Aufarbeitung zu organisieren - ohne Rache an den Stasi-Tätern - war eine gewaltige Aufgabe und historisch ohne Vorbild. © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Der einstige Oppositionelle hat sich mit der Leitung einen bleibenden Namen gemacht. Noch heute sagen manche “Gauck-Behörde“, obwohl sie nun seit zehn Jahren von Marianne Birthler geleitet wird. © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Vergessen werden dürfe nicht, wie die DDR-Staatssicherheit das Volk bespitzelte und Menschen ihre Zukunft nahm, hat Gauck immer wieder gemahnt. © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Gaucks große Anliegen sind “Gerechtigkeit in der Gesellschaft“ und die innere Einheit. © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Gauck appelliert an die Menschen, sich nicht zurückziehen, sondern aktiv ihre Rechte wahrzunehmen (hier mit Klaus Wowereit,l). © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Joachim Gauck weiß aus bitterer Erfahrung, das Demokratie nicht selbstverständlich ist: “Eine solche Gesellschaft mit Bürgerrechten und Pressefreiheit werde ich immer mit Dankbarkeit und Glück anschauen.“ Er habe in den ersten 50 Jahren seines Lebens auf demokratische Errungenschaften verzichten müssen. © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Gauck legt auch öffentlich den Finger in die Wunde: Die Deutschen jammerten lieber, als sich über Erfolge zu freuen (hier mit der SPD-Führungsriege). “Deutsche fühlen sich gern schlecht“, mahnt er.  © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Gegen diese “Verdruss-Süchtigkeit“ wolle er sich auch einsetzen. “Für ein gutes Miteinander braucht es die Erfahrungen der anderen“, sagt Gauck (hier mit der Führungsriege von Bündinis90/Die Grünen). © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Der Vater von vier Kindern und mehrfache Großvater engagiert sich auch im Verein “Gegen Vergessen für Demokratie“. Als Vorsitzender kümmert er sich zusammen mit vielen Mitstreitern um die Aufarbeitung der Geschichte der Diktaturen in Deutschland. (Foto: Bei der Verleihung des Point-Alpha-Preises des Kuratoriums Deutsche Einheit hält Gauck die Festrede) © dpa
Joachim Gauck Bundespräsident
Mit Nachdruck sagt Gauck: “Wir sind gegen Rechtsradikale und andere Feinde der Demokratie.“ © dpa
Joachim Gauck ist der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Dem stets korrekt gekleideten Gauck fliegen viele Sympathien zu (hier mit dem zurückgetretenen Bundespräsidenten Horst Köhler, M.). © dpa
Joachim Gauck Bundespräsident
Als Gauck mit seinem Erinnerungsbuch “Winter im Sommer - Frühling im Herbst“ auf Lesereise war, freute er sich über das Interesse. “ © dpa
Joachim Gauck Bundespräsident
Ich habe nur aufmerksame Zuhörer, ich ken ne nichts anderes“, sagt der frühere Seelsorger.  Von Jutta Schütz © dpa

Gauck sagte, es sei schon sehr merkwürdig, dass eine politische Richtung, die Jahrzehnte lang den bewaffneten Befreiungskampf in Afrika und anderswo bejubelt habe, nun einen Radikalpazifismus pflege. “Das ist ein taktischer, aber kein ethischer Pazifismus.“

Gauck wies auch den Vorwurf aus der Linken zurück, er habe als Pfarrer zu DDR-Zeiten Privilegien gehabt. “Das ist ein trauriger, ein empörender Umgang mit der Wahrheit.“ Seine Söhne hätten außer Landes gehen müssen, um die Berufe erlernen zu können, die sie heute ausübten, sagte er. “Wenn jetzt die verwöhnten Kinder der roten Bourgeoisie von einst so über mich urteilen, dann ist dies erbärmlich und hat mit politischer Aufklärung nichts zu tun.“

dpa

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