Palästinenser-Führer bei Luftangriff getötet

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Palästinenser tragen den Leichnam von Zuher al Kesi.

Gaza/Tel Aviv - Das israelische Militär hat bei zwei Luftangriffen im Gazastreifen mindestens fünf Palästinenser getötet. Unter den Toten ist auch der Chef der militanten Palästinenserorganisation Volkswiderstandskomitee.

Ein weiterer Palästinenser wurde bei den Angriffen am Freitag schwer verletzt, wie der medizinische Notdienst im Gazastreifen berichtete. Der Kommandeur des Volkswiderstandskomitees, Zuher al Kesi, wurde den Angaben zufolge in seinem Auto im Süden von Gaza-Stadt von zwei israelischen Raketen getroffen. In den Trümmern des Kleinwagens starb auch einer seiner Helfer, Mahmud Hanani. Ein weiterer Insasse sei schwer verletzt worden, hieß es.

Al Kesi habe einen größeren Terroranschlag vom Sinai aus gegen Israel geplant, teilte das israelische Militär mit. Außerdem sei er an mehreren schweren Terroranschlägen gegen Israelis beteiligt gewesen. Hanani war erst im vergangenen Oktober als einer von insgesamt 1027 in Israel inhaftierten Palästinensern im Austausch gegen den entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen.

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Unmittelbar nach dem tödlichen Angriff auf Al Kesi hätten Mitglieder verschiedener militanter Palästinensergruppen begonnen, vom Gazastreifen aus Raketen und Granaten Richtung Israel zu schießen. Ein israelisches Kampfflugzeug habe eines dieser Kommandos, das dem Islamischen Dschihad angehörte, mit einer Rakete beschossen. Dabei seien zwei Palästinenser sofort getötet worden, ein dritter sei später im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben.

Insgesamt sollen 13 selbst gebaute Kleinraketen und Granaten in Israel eingeschlagen sein. Medienberichten zufolge wurde dabei ein Israeli leicht verletzt.

Nach Augenzeugenberichten aus dem Gazastreifen gab es noch einen dritten israelischen Angriff gegen ein Palästinenser-Kommando, das gerade Raketen auf Israel abfeuern wollte. Dabei sei aber niemand zu Schaden gekommen. Im Osten des Gazastreifens sei zudem ein Haus unter israelischen Beschuss gekommen. Dabei seien zwei Menschen leicht verletzt worden.

dpa

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