Die wichtigsten Fragen und Antworten

Geplante Wohngeld-Erhöhung: Wer davon profitiert

München - Anfang nächsten Jahres soll das Wohngeld endlich angehoben werden. Die tz erklärt die Details der Änderung und wer davon profitiert.

Sechs Jahre lang haben sich die Mietpreise in der Republik und besonders in München stetig nach oben entwickelt – das Wohngeld verharrte auf dem Stand der Reform von 2009. Anfang nächsten Jahres soll die Leistung des Bundes für Arbeitslose, Rentner und Geringverdiener endlich angehoben werden. Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) versprach, dass die Unterstützung an die Entwicklung der Einkommen, Warmmieten und Nebenkosten in den letzten sechs Jahren angepasst werden. Die tz erklärt die Details der Änderung und wer davon profitiert.

Welche Erhöhungen sind geplant? 

Zum einen betrifft die Reform den sogenannten Tabellenwert. Dabei soll neben dem Anstieg der Bruttokaltmieten und des Einkommens der Antragsteller auch der Anstieg der Bruttowarmmmiete berücksichtigt werden. Seit 2009 sind die Preise um durchschnittlich acht Prozent und die Warmmieten um durchschnittlich neun Prozent gestiegen. Das Ministerium errechnet daraus eine Anpassung der Tabellenwerte um im Schnitt 39 Prozent.

Zum anderen werden die Miethöchstbeträge regional gestaffelt angehoben. Die Miethöchstbeträge bestimmen die Höhe, bis zu dem die Miete bezuschusst wird. In Regionen mit stark steigenden Mieten – dazu gehört mit Sicherheit München und Umgebung – sollen diese Grenzwerte überschnittlich stark nach oben gehen.

Wieviele Haushalte sind von der Änderung betroffen?

Das Ministerium schätzt, dass 870 000 Haushalte profitieren werden. Dazu gehören auch 90 000 Haushalte oder Personen, die bisher auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind. Das Ministerium führt das Beispiel einer Hamburger Rentnerin an, die ab 2016 auf ihre bisherige Grundsicherungszahlung von 96 Euro verzichten kann.

Rente: 950 Euro

Bruttokaltmiete: 510 Euro

Künftig Wohngeld 120 Euro

Die Frau hat künftig unterm Strich 24 Euro mehr zur Verfügung. Hamburg wurde in die gleiche, die höchste Mietkategorie VI heraufgestuft, in die auch München eingeordnet ist.

Wie ist die Situation in München?

Laut Sozialreferat gab 4622 Wohngeldempfänger (Stand 2014). Der Bund gab dafür knapp 5,8 Millionen Euro aus. Durch die Hochsetzung des Mietbetrags für eine Bezuschussung wird es wohl mehr Berechtigte geben.

Wie viel Geld gibt der Bund in Zukunft für Wohngeld aus?

Hendricks hat eine Erhöhung des Postens von 500 auf 630 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Wie groß das Volumen für 2016 wird, hängt auch von den Anträgen ab. Eine Wiedereinführung des Heizkostenzuschusses wurde nach Bedenken der Union gestoppt – die Entwicklung der Warmmieten wird aber berücksichtigt.

Wie ist die Resonanz auf Hendricks Vorhaben?

Beatrix Zurek, Landesvorsitzende des Mieterbundes, hofft, dass die Reform nun auch wirklich kommt und nicht nochmal aufgeschoben. wird: „Sie war längst überfällig.“ Die Opposition kritisier Der Grünen-Politiker Christian Kühn findet Erhöhung angesichts der stetig steigenden Wohnkosten in den Städten viel zu gering.

BW

Rubriklistenbild: © dpa

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