Finanzhilfe

EU gibt eine Milliarde Euro für Ukraine frei

Luxemburg - Die EU-Außenminister haben eine Finanzhilfe in Höhe von einer Milliarde Euro für die vom Staatsbankrott bedrohte Ukraine beschlossen. Derweil machen die Spamnnungen die Börsen unruhig.

Sie stimmten am Montag in Luxemburg auch einer Streichung fast sämtlicher Zölle für Waren aus der Ukraine zu. Die Maßnahmen sollen die wirtschaftliche Lage des Landes stabilisieren.

Die Finanzhilfe von einer Milliarde Euro soll zusammen mit bereits früher beschlossenen 610 Millionen Euro in den Haushalt der Ukraine fließen. Voraussetzung dafür ist jedoch die Einleitung politischer und wirtschaftlicher Reformen.

Mit dem weitreichenden Verzicht auf Einfuhrzölle wird ein Teil des geplanten Assoziierungsabkommens vorweggenommen. Unter anderem verzichtet die EU auf 95 Prozent der Zölle auf Industrieprodukte und auf 82 Prozent der Zölle auf Agrarerzeugnisse.

Die Minister beschlossen zudem, vier weitere Namen auf die Liste der Personen zu setzen, deren Konten in der EU wegen der Veruntreuung ukrainischer Staatsgelder gesperrt werden. Unter anderem befindet sich bereits der frühere ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch auf dieser Liste mit jetzt 22 Namen. Die Identitäten der vier neuen Betroffenen wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Anleger reagieren nervös auf Eskalation in Ost-Ukraine

Die weitere Zuspitzung in der Ost-Ukraine sorgt für Nervosität unter Investoren. Die europäischen Aktienmärkte reagierten am Montag mit Verlusten auf die jüngste Zuspitzung im Konflikt zwischen Russland und dem Westen. Anleger steuerten sicherer Häfen wie deutsche Bundesanleihen und Gold an. Am Devisenmarkt geriet der Euro unter Druck. Auch die Landeswährungen Russlands und der Ukraine gaben nach.

Zuletzt hatten prorussische Separatisten ein Ultimatum der Regierung in Kiew verstreichen lassen, ohne zuvor besetzte Verwaltungsgebäude in der Ost-Ukraine zu räumen. Die USA werfen Russland vor, an der Besetzung der Häuser mit bewaffneten Kräften beteiligt zu sein, um die Lage zu destabilisieren - was die russische Regierung vehement dementiert.

Deutsche Börsen wegen Ukraine unter Druck

Die Nachrichten aus der Ukraine setzten die deutschen Börsen unter Druck. Der Dax weitete seine Verluste nach einem schwachen Start aus. Zuletzt stand der deutsche Leitindex 1,05 Prozent tiefer bei 9217,37 Punkten und damit nur knapp über seinem bisherigen Tagestief bei 9214 Punkten. Noch deutlicher ging es für MDax und TecDax abwärts. Sie gaben um zweieinhalb und mehr als dreieinhalb Prozent nach. Ähnlich das Bild beim EuroStoxx 50. Er stand zuletzt um 0,75 Prozent tiefer.

Den Goldpreis trieb die Zuspitzung in der Ostukraine auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Im Vergleich zum Freitag kletterte der Preis pro Feinunze (etwa 31,1 Gramm) um fast zehn Dollar bis auf 1329,57 US-Dollar. Am Devisenmarkt waren als sicher geltenden Währungen wie der amerikanische Dollar und der japanische Yen gefragt. Der Euro fiel am Vormittag bis auf 1,3816 Dollar. Am Freitag hatte er zeitweise noch über der Marke von 1,39 Dollar notiert.

Deutsche Staatsanleihen, die am Finanzmarkt als Maß aller Dinge in Sachen Ausfallsicherheit gelten, profitierten von der Nervosität. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag um 0,06 Prozent auf 144,17 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf 1,50 Prozent. Insgesamt hielten sich die Kursausschläge am Markt für Euro-Staatsanleihen jedoch in Grenzen.

Russische Staatsanleihen auf Tiefstand

Am deutlichsten waren die Auswirkungen der Ukraine-Krise an den lokalen Finanzmärkten Osteuropas zu spüren. Die Kurse russischer Staatsanleihen fielen auf den tiefsten Stand seit einem Monat. Ukrainische Papiere notierten so schwach wie zuletzt vor drei Wochen. Auch die Landeswährungen - der russische Rubel und die ukrainische Griwna - gaben nach.

dpa

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Trump liebt Deutschland - und warnt BMW
Trump liebt Deutschland - und warnt BMW
Trump radiert an "Day One" bereits Obamas Erbe aus
Trump radiert an "Day One" bereits Obamas Erbe aus
US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an
US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an
Millionen protestieren gegen Trump - Präsident greift Medien an
Millionen protestieren gegen Trump - Präsident greift Medien an

Kommentare