Kommentar

Luisa Neubauer führt die "Greta-Jugend" auf einen gefährlichen Pfad

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Luisa Neubauer am Mikro bei einer Klimademo in Berlin.

Luisa Neubauer ist das prominenteste Gesicht der Klimaschutzbewegung in Deutschland. Doch ihr Verhältnis zur parlamentarischen Demokratie muss hinterfragt werden. Ein Kommentar.

Nicht erst bei Markus Lanz legte die "deutsche Greta", Luisa Neubauer, einen TV-Auftritt hin, der polarisierte. Die Aktivistin wurde jüngst in der "heute+"-Nachrichtensendung gefragt, ob denn das Klimapaket der Bundesregierung ein richtiger Schritt für "Fridays for Future" (FFF) sei. Neubauer verzog angewidert ihr Gesicht und antwortete in einer Mischung aus Abscheu und Überheblichkeit: "Nee".

Sie postete den Interview-Ausschnitt später auf ihrer Instagram-Seite. Offenbar zufrieden mit ihrer Reaktion auf die ach so naive Frage der Moderatorin. Die große Mehrheit ihrer Fans feierte sie dafür. Doch in Wirklichkeit offenbart dieser Auszug, auf welch gefährlichen Pfaden sich die FFF-Bewegung mit ihrer Galionsfigur Neubauer bewegt.

„Greta-Thunberg-Jugend“: Je radikaler die Forderung, desto weniger Geduld

Grünen-Mitglied Luisa Neubauer weiß, dass in unserer parlamentarischen Demokratie Entscheidungen nicht von heute auf morgen gefällt werden können. Je radikaler aber die Forderungen werden, desto geringer ist bei den Jugendlichen noch das Verständnis und die Geduld für Kompromisse, die nötig sind, damit die Gesamtgesellschaft mitgenommen wird.

Entlarvender Dialog in Lanz-Sendung: Neubauer und Töpfer sprechen über Demokratie

In der Lanz-Sendung gab es einen entlarvenden Dialog zwischen Luisa Neubauer und Ex-Umweltminister Klaus Töpfer (CDU). Neubauer zeigte Verständnis für die Blockade-Aktion von "Extinction Rebellion" in der Londoner U-Bahn. Die Politiker müssten sich die Frage stellen, wie es so weit kommen konnte, dass sich Menschen aus Zukunftsangst zu solchen Aktion genötigt fühlen. Töpfer antwortete: "Dafür haben wir doch eine wunderbare Staatsform. Eine Demokratie. Als Politiker ist man ja nicht geboren, sondern man entscheidet sich dafür und versucht seine Vorstellungen mehrheitsfähig zu machen und umzusetzen." Neubauer entgegnete: "Aber hat das in den letzten 30 Jahren gut genug geklappt für die Klimakrise?"

Video: Blockaden und Klima-Show - wer ist Extinction Rebellion?

Luisa Neubauer: Trotzige Leitfigur der „Fridays for Future“-Bewegung in Deutschland

Luisa Neubauer ist nicht nur das prominenteste Gesicht der Klimaschutz-Bewegung in Deutschland geworden, sie will auch Vordenkerin sein. Mittlerweile ist die 23-Jährige Dauergast in TV-Talksendungen, sie hat eine Kolumne im Stern und ihr erstes Buch erschien im Oktober. Doch mit dieser medialen Präsenz wächst auch der Anspruch, den die Öffentlichkeit an Neubauer stellen muss. Es mag nachvollziehbar sein, wenn beispielsweise eine alarmierte 14-jährige Schülerin auf einer Demo von Kanzlerin Merkel sofortige Lösungen verlangt. Die Leitfigur der Bewegung aber muss weitsichtiger sein. Ohne Absolutheitsanspruch auf die einzig gültige Wahrheit.

Hier sind wir wieder beim Klimapaket der Bundesregierung und dem oben erwähnten ZDF-Interview. Das Paket nicht als einen ersten, begrüßenswerten Schritt zu bewerten, und zumindest als kleinen Erfolg der FFF-Bewegung, zeugt von einer trotzigen Abwertung der erzielten Kompromisse.

Generation Greta: Fast ein Viertel der Jugendlichen mit der Demokratie unzufrieden

Luisa Neubauer will die außerparlamentarische FFF-Bewegung weiter antreiben, aber sie sollte das Risiko erkennen, alles zu überhitzen. Laut der Shell-Jugendstudie 2019 sind 23 Prozent der Jugendlichen mit der Demokratie in Deutschland unzufrieden. Auch wenn Luisa Neubauer weiterhin politische Prozesse beschleunigen möchte, trägt sie ebenso eine Verantwortung dafür, zu integrieren und möglichst viele mitzunehmen. Diesen Spagat muss sie hinbekommen.

Lesen Sie auch: Ausgerechnet  „Fridays for Future“ und Greta Thunberg könnten die Grünen Wählerstimmen kosten. Ein Parteienforscher prophezeit für die Partei ein Dilemma. Am 29. November findet zudem der nächste globale Klimastreik von „Fridays for Future“ statt. Auch in München wird es eine große Klimademo an diesem Tag geben. Greta Thunberg segelt auf direktem Kurs Richtung Klimagipfel.

Greta Thunberg ist nach Hause unterwegs - und das natürlich mit dem Zug. Dabei muss sie auch durch Deutschland und erfährt die harte Welt der DB-Nutzer.

Mit 16 wurde sie weltberühmt – nun ist Greta Thunberg 17 Jahre alt geworden. Sie feiert ihren Geburtstag nur etwas anders. 

Prominente Kirchenvertreter nehmen in Anspruch, dass die christlichen Kirchen Vorreiter für Bewegungen wie Greta Thunbergs „Fridays for Future“ waren.

Nach der Wahl zur neuen SPD-Spitze zeigte sich Christian Lindner via Twitter überrascht vom Ergebnis. Luisa Neubauer antwortete dem FDP-Chef direkt - es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch.

Bei der Wahl zum „Unwort des Jahres“ 2019 nahm sich die Jury die Klimadebatte zum Vorbild.

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