Schwere Krawalle bei Protesten in Griechenland

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Bei einem Gedenkmarsch ist es in Athen zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Athen - Ein Gedenkmarsch für die Opfer einer Studentenrevolte von 1973 ist in Griechenland am Donnerstag völlig aus dem Ruder gelaufen. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein, rund 90 Demonstranten wurden festgenommen. Vier Polizisten wurden laut Polizeiangaben verletzt. An der Kundgebung im Zentrum von Athen beteiligten sich etwa 28.000 Menschen. Sie nahmen den Gedenktag auch zum Anlass für Proteste gegen den Sparkurs der Regierung. 7.000 Polizisten waren im Einsatz.

An einer ähnlichen Protestaktion in Thessaloniki beteiligten sich rund 15.000 Menschen. Mehrere hundert Demonstranten schleuderten Wurfgeschosse und Benzinbomben auf die Polizei, die mit Tränengas reagierte. Berichte über Verletzte lagen nicht vor.

Athen in Flammen: Gedenkmarsch eskaliert

Athen in Flammen: Gedenkmarsch eskaliert

Die Demonstranten erinnerten mit dem jährlich in Athen stattfindenden Marsch an die blutige Niederschlagung einer Studentenrevolte 1973 durch die damalige griechische Militärdiktatur. Auch dieses Jahr zogen die Demonstranten zur US-Botschaft, um an die amerikanische Unterstützung der Militärherrschaft von 1967 bis 1974 zu erinnern. Auch in den vergangenen Jahren war der Gedenkmarsch immer wieder von Ausschreitungen überschattet worden.

In diesem Jahr fand die Demonstration nur einen Tag nach der erfolgreichen Vertrauensabstimmung des neuen Ministerpräsidenten Lucas Papademos im griechischen Parlament statt. Angesichts der jüngsten Turbulenzen und den zu erwartenden Sparmaßnahmen in den kommenden Wochen war mit einer Eskalation der Proteste gerechnet worden.

dapd

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