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Mehrbelastungen durch GroKo-Pläne

Wer zahlt die Zeche?

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Teure Reformpläne: Kanzlerin Angela Merkel, SPD-Chef Sigmar Gabriel und CSU-Chef Horst Seehofer

Berlin - Die Pläne der Großen Koalition lassen die Sozialversicherungs-Beiträge kräftig steigen. Die tz gibt einen Überblick über die künftigen Mehrbelastungen.

"Die Große Koalition hat einen Koalitionsvertrag für die kleinen Leute geschrieben“, so SPD-Chef Sigmar Gabriel nach der vorläufigen Unterzeichnung des schwarz-roten Koalitionsvertrages. Und in der Tat: Dank Mindestlohn, Mütterrente und Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren steht etliches in dem Koalitionsvertrag drin, das bei Sozialverbänden auf Lob stößt. Im Nebel lässt die Große Koalition jedoch, wer am Ende die Zeche für die schwarz-roten Wohltaten zahlen soll. Klar ist: Schon im kommenden Jahr werden die Sozialversicherungen teurer – und über Steuererhöhungen wird auch schon gemunkelt. Das zum Bund der Steuerzahler gehörende Deutsche Steuerzahlerinstitut (DSi) errechnete, dass sich die steigenden Sozialbeiträge und die Wirkung der kalten Progression bei der Steuer auf mehrere Hundert Euro im Jahr beim Durchschnittsverdiener summieren werden. „Bei einem Bruttoverdienst von 60 000 Euro im Jahr liegt die Mehrbelastung der DSi-Berechnung zufolge bei mehr als 500 Euro“, so der Focus. Die tz gibt einen Überblick über die künftigen Mehrbelastungen.

Rentenbeitragssatz: Dank der guten Beschäftigungslage ist die Rentenkasse voll wie lange nicht – und deshalb wäre eigentlich eine Senkung des Rentenbeitragssatzes von 18,9 auf 18,3 Prozent gesetzlich vorgeschrieben gewesen. Da die sechs Milliarden Euro, die das kosten würde, aber für die Pläne zur Mütterrente, die Grundsicherung für Geringverdiener sowie die Rente mit 63 verwendet werden sollen, wird per Gesetzesänderung die Beitragskürzung ausfallen. Durch den Verzicht auf die Beitragssenkung entgehen dem Durchschnittsverdiener etwa 90 Euro im Jahr!

Rente: Doch auch die Rentner sind negativ betroffen: Über die komplizierte Rentenformel steigen ihre Bezüge stärker, wenn die aktiv Beschäftigten entlastet werden. Mit der eigentlich vorgeschriebenen Beitragssenkung würde die Rentenanpassung im Jahr 2015 rund 0,8 Punkte höher ausfallen als sie es nun tut!

Pflegeversicherung: Bei der Pflege werden die Rentner noch stärker belastet als die Arbeitnehmer: Weil sie auch den Arbeitgeberanteil übernehmen müssen, schlägt die spätestens zum 1. Januar 2015 geplante Erhöhung des Pflegebeitrags um 0,3 Prozent beim Durchschnittsrentner mit drei bis vier Euro Mehrbelastung im Monat zu Buche. Arbeitnehmer mit Kindern werden mit maximal 7,23 Euro im Monat zusätzlich belastet, Kinderlose mit maximal 7,37 Euro.

Krankenversicherung: Derzeit geht es den Krankenkassen zwar blendend – laut FAZ liegen die AOKs mit rund 800 Millionen Euro im Plus, die Ersatzkassen haben 200 Millionen Euro an Überschüssen. Doch schon für 2015 prognostiziert das Bundesgesundheitsministerium eine Finanzierungslücke von drei Milliarden Euro. Spätestens dann werden viele Krankenkassen wieder Zusatzbeiträge erheben. Laut dem schwarz-roten Koalitionsvertrag soll der Beitragssatz bei 14,6 Prozent eingefroren werden. Der Arbeitgeberanteil soll also bei 7,3 Prozent bleiben, künftige Mehrkosten muss allein der Arbeitnehmer über den Zusatzbeitrag schultern. Bei einem Bruttogehalt von 2000 Euro bedeutet ein Zusatzbeitrag von 0,4 Prozent acht Euro Mehrkosten im Monat, bei einem Prozent wären es schon 20 Euro mehr monatlich.

KR

So viel teurer wird Pflegeversicherung für Familien

Der Beitragssatz für Arbeitnehmer mit Kindern steigt von 2,05 auf 2,35 Prozent

Bruttogehalt Arbeitnehmeranteil bisher pro Monat Arbeitnehmeranteil künftig pro Monat
1250 Euro 12,81 Euro 14,69 Euro
1500 Euro 15,37 Euro 17,63 Euro
1750 Euro 17,93 Euro 20,65 Euro
2000 Euro 20,50 Euro 23,50 Euro
2250 Euro 23,06 Euro 26,44 Euro
2500 Euro 25,62 Euro 29,38 Euro
2750 Euro 28,19 Euro 32,32 Euro
3000 Euro 30,75 Euro 35,25 Euro
3250 Euro 33,48 Euro 38,19 Euro
3500 Euro 35,88 Euro 41,12 Euro
3750 Euro 38,44 Euro 44,07 Euro
4050 Euro* 40,36 Euro 47,59 Euro
*neue Beitragsbemessungsgrenze ab 1.1.2014, bisher: 3937,50 Euro. Ab dieser Gehaltshöhe steigt der Beitragssatz nicht mehr weiter

So viel teurer wird sie für Kinderlose

Der Beitragssatz für Arbeitnehmer ohne Kinder steigt von 2,3 auf 2,6 Prozent

Bruttogehalt Arbeitnehmeranteil bisher pro Monat Arbeitnehmernateil künftig pro Monat
1250 Euro 14,38 Euro 16,25 Euro
1500 Euro 17,25 Euro 19,50 Euro
1750 Euro 20,12 Euro 22,75 Euro
2000 Euro 23 Euro 26 Euro
2250 Euro 25,88 Euro 29,25 Euro
2500 Euro 28,75 Euro 32,50 Euro
2750 Euro 31,63 Euro 35,75 Euro
3000 Euro 34,50 Euro 39 Euro
3250 Euro 37,38 Euro 42,25 Euro
3500 Euro 40,25 Euro 45,50 Euro
3750 Euro 43,13 Euro 48,75 Euro
4050 Euro* 45,28 Euro 52,65 Euro

So viel teurer wird sie für Rentner

Rentner müssen auch den Arbeitgeberanteil übernehmen

Rente Pflegeversicherung bisher pro Monat Pflegeversicherung künftig pro Monat
600 Euro 13,80 Euro 15,60 Euro
800 Euro 18,40 Euro 20,80 Euro
1000 Euro 23,00 Euro 26 Euro
1250 Euro 28,75 Euro 32,50 Euro
1500 Euro 34,50 Euro 39 Euro
1750 Euro 40,25 Euro 45,50 Euro
2000 Euro 46 Euro 52 Euro
2250 Euro 51,75 Euro 58,50 Euro

Wer könnte was in einer Großen Koalition werden?

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